So sehr die Erfolgswelle im Winter genossen wurde, so sehr wünscht man sich als Anhänger von ​Borussia Mönchengladbach, dass diese Saison endlich vorbei ist. Selten war die Spanne zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt größer als in dieser Spielzeit. Zum Glück ist in zwei Wochen alles vorbei.


Das Spiel gegen die ​TSG Hoffenheim könnte noch mal ein wichtiger emotionaler Moment gewesen sein. Gut für den Glauben, gut für die Moral, gut für die beiden letzten anstehenden Spiele. Aber die Betonung liegt auf „könnte“. Man ist vieles gewohnt und schon immer ein wenig gebeutelt gewesen als Anhänger von Borussia Mönchengladbach. In diesem Jahr ist die Prüfung für die Fans aber eine besondere.


Nicht umsonst reagierten der Fans auf die Darbietung vom vergangenen Samstag mit Pfiffen. Wurde das Team nach den ersten Niederlagen noch gefeiert und die Leistung der Hinrunde entsprechend honoriert, so hat sich der Wind inzwischen spürbar gedreht. Während Matthias Ginter in den Interviews zu Wochenbeginn seinem Ärger über die Reaktion Luft macht, war Yann Sommer etwas besonnener, der zwar die Härte der Kritik nicht nachvollziehen kann, jedoch das Wort „zurecht“ mit einfließen ließ.


Man ist sich daher also durchaus bewusst, dass die Leistungen in den vergangenen Wochen nicht unbedingt dem entsprachen, was man selbst für einen Anspruch an sich hat. Während sich der Frust nun aber bei einigen Bahn bricht, verdiente Spieler wie im Falle von Hazard inzwischen zur Zielscheibe werden und laute Pfiffe durch den Borussia-Park hallen, macht sich bei einem anderen Teil Resignation breit.


Zuviel wurde in den vergangenen Wochen geredet und letztlich zu wenig davon gezeigt. Ob es die Causa Hecking ist, der einerseits davon spricht, dass die Mannschaft über ihrem Niveau spielte, aber dennoch nicht müde wird zu betonen, dass man alles versuchen werde, um das Ziel zu erreichen. Ob es die Mannschaft selbst ist, die immer wieder beteuert, sich der aktuellen Situation bewusst zu sein. Oder ob es das angebliche Funktionieren zwischen Trainerteam und Mannschaft sei.


Letztlich sieht man davon seit geraumer Zeit nichts. Klägliche Darbietungen reihen sich aneinander und solche, wo der Einsatz stimmt, wirken eher zufällig. Zwar wird die Krise in den vergangenen Wochen immer wieder kleingeredet, immer wieder wird von der berühmten „Formdelle“ gesprochen, die Realität aber sieht anders aus. Fakt ist, dass seit dem 21. Spieltag zehn Punkte geholt wurden – in elf Spielen.


Die Chance auf Europa lebt zwar noch, allerdings ist angesichts der aktuellen Form nicht davon auszugehen, dass dies auch wirklich gelingt. Dafür waren die vergangenen Wochen zu quälend, dafür sind diverse Interviews und Wortmeldungen zu irreführend, dafür scheinen zu viele Spieler mit sich selbst beschäftigt oder in einer falschen Wahrnehmung gefangen. Insofern kann man nur hoffen, dass die zwei Wochen endlich rumgehen mögen, damit man sagen kann: Endlich ist Ruhe!