​Die ​TSG 1899 Hoffenheim musste am Sonntagnachmittag im Kampf um die internationalen Startplätze einen Rückschlag verkraften. Vor heimischem Publikum setzte es für die Kraichgauer gegen den ​VfL Wolfsburg eine ​1:4-Niederlage. Cheftrainer Julian Nagelsmann äußerte nach der Partie erneut seinen Unmut über die eigenen Fans.


Nach ​sechs Ligaspielen (fünf Siege, ein Unentschieden) ging Hoffenheim mal wieder als Verlierer vom Platz und verpasste den Sprung auf Platz fünf. Adam Szalai hatte die TSG in der neunten Spielminute zunächst in Führung gebracht. Die Gäste aus Wolfsburg glichen wenige Minuten vor der Pause aus und drehten im zweiten Durchgang die Partie. 


"Die letzten 70 Minuten haben mir überhaupt nicht gefallen", betonte ​Nagelsmann. "Wir haben insgesamt zu wenig gekontert, weil wir zu wenige Bälle gewonnen haben", so der 31-Jährige, der auf der Pressekonferenz nach der Partie auch die eigenen Fans kritisierte. 

"Ich habe ja schon einmal vor ein paar Wochen gesagt, dass wir da Steigerungspotenzial haben. Das Anspruchsdenken und die Wirklichkeit gehen bei einigen, die hier sind, anscheinend weit auseinander", erklärte der TSG-Coach. Einige Zuschauer hatten die Leistung ihrer Mannschaft mit Pfiffen quittiert und das Stadion vorzeitig verlassen. "Für einige wäre vielleicht ein Opernbesuch besser. Aber da gibt es auch schiefe Töne - vielleicht pfeifen sie dann auch", sagte Nagelsmann. 


"Wenn ich hier in den letzten drei Jahren als Zuschauer im Stadion war, würde ich bei jeder Heimfahrt drei Kreuzzeichen machen und sagen: 'Schön, dass in dieser Region so ein Fußball gespielt wird'", gab der Hoffenheimer Übungsleiter zu Protokoll. "Das macht mich sauer und auch traurig für die Jungs. Das würde ich ihnen gerne persönlich sagen - aber sie sind ja nicht mehr da, sondern schon zu Hause."