Zwei Neuzugänge hat der FC Bayern München für die kommende Saison präsentiert, drei Spieler werden den Rekordmeister hingegen verlassen. Wie Uli Hoeneß im Interview mit tz erklärte, könnte noch der ein oder andere Spieler verpflichtet werden, grundsätzlich sei der groß angekündigte Umbruch jedoch nahezu abgeschlossen. 


Während Alt-Stars wie Rafinha, Franck Ribery und Arjen Robben den Verein definitiv verlassen werden, ist die Zukunft von Jerome Boateng noch immer fraglich. Der Innenverteidiger ist hinter Niklas Süle und Mats Hummels lediglich die Nummer drei, die Neuzugänge Benjamin Pavard und Lucas Hernandez erhöhen trotz ihrer Variabilität in der Viererkette den Druck.


Das "größte Investitionsprogramm" der Vereinsgeschichte wurde mit den insgesamt 115 Millionen Euro teuren Transfers eingeleitet - "und möglicherweise bereits geschafft, was die neue Saison angeht", wie Hoeneß erklärt. Man habe bereits "fünf, sechs Junge" im Kader, mindestens ein, wenn nicht sogar zwei Akteure sollen allerdings noch dazukommen. Denn wie auch Karl-Heinz Rummenigge erklärte, suchen die Münchner noch immer nach Verstärkungen auf dem Flügel.

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  Einer von vielen Kandidaten, die womöglich im Sommer an die Isar wechseln: Nationalstürmer Timo Werner.


"Wir haben auf allerhöchstem Niveau den Umbruch eingeleitet [...]. Darauf sind wir stolz", so Hoeneß, der die Leistungen der Saison nicht als so kritisch empfindet. Bislang habe man "eine gute Saison" gespielt, schließlich befindet sich der Verein an der Tabellenspitze und feierte unter der Woche den Einzug ins Finale des DFB-Pokals. 


Auch das Aus im Achtelfinale der Champions League will der Präsident nicht allzu hoch hängen: "Wir sind gegen den möglichen, zukünftigen Champions-League-Sieger ausgeschieden", weiß Hoeneß, zusätzlich liege "eine mittlere Krise" hinter der Mannschaft. "Außerdem sind wir mittendrin, den Umbruch innerhalb des Kaders zu schaffen. Wenn ich mir die Mannschaft anschaue, so wie sie sich gegen Bremen präsentiert hat: Das war schon toll."


Hoeneß will "Grundsatzentscheidung treffen"


Dies wäre wohl kaum möglich gewesen, wenn sich der Verein in den vergangenen Jahren nicht in einem solchen Ausmaß weiterentwickelt hätte. Hoeneß, so sagt er, habe immer das Ziel vor Augen gehabt, "eine totale Identifikation" der Spieler mit dem Verein zu ermöglichen. Als Beispiel dafür nannte er Ribery, der noch im Sommer 2009 zu Real Madrid wechseln wollte, insgesamt aber zwölf Jahre das Dress des FC Bayern trug. "Es macht mich schon stolz, dass es uns gelungen ist, in der wirtschaftlich verrückten Welt so eine Oase zu schaffen, in der gute Spieler beides finden: ein gutes Gehalt und eine Wohlfühlatmosphäre für sich und ihre Familien."

Uli Hoeness

  Seine persönliche Zukunft lässt Uli Hoeneß weiter offen.


Dafür hat der 67-Jährige jahrelang gearbeitet, sein Lebenswerk ist aber noch nicht vollendet. Zugleich weiß er, dass sich seine Zeit beim Rekordmeister dem Ende zuneigt. Ob er im November noch einmal zur Präsidentschaftswahl kandidiert, ließ er offen, erst im Sommer wolle er sich entscheiden. "Ich muss jetzt erst einmal die Grundsatzentscheidung treffen. Alles andere sehen wir dann", so Hoeneß, der den Verein wohl niemals gänzlich loslassen wird: "Ich denke, dass jeder weiß, dass ich den FC Bayern nicht hängen lasse. Wenn man meinen Rat braucht, dann werde ich mich da nicht verweigern. Sowohl Fußball als auch Basketball sind meine Babys. Und wenn ich das Gefühl hätte, dass es nicht so läuft, wäre ich da."