​In den letzten Tagen machte ein handfestes Gerücht die Runde. Demnach soll der ​FC Bayern München ein Interesse an Schalke-Keeper Alexander Nübel bekundet haben. Von einem konkreten Angebot seien aber noch alle Parteien weit entfernt, allerdings erhält Nübel nun einen vielleicht entscheidenden Rat. Der ehemalige ​Bundesliga-Torhüter Oliver Kahn warnt vor einer zu frühen Entscheidung.


Der erst 22-jährige Nübel sorgte in dieser Saison schon für viele Schlagzeilen. In der Rückrunde löste er seinen deutlich erfahreneren Kollegen Ralf Fährmann ab und avancierte seitdem zur Nummer Eins. Mit starken Leistungen spielte er sich dann schnell in den Fokus einiger Top-Klubs. Vor allem in der eigenen Liga sei das Interesse groß, dabei soll vor allem der ​FC Bayern München auf eine Verpflichtung schielen.


Auf Nübel wartet nun vielleicht ein wegweisender Sommer. Mit einem Wechsel zum Rekordmeister könnte er seine Ambitionen unterstreichen und den nächsten Schritt machen, das Sammeln von Erfahrung und die nötige Spielpraxis sind in München aber fraglich. So rät auch Oliver Kahn dem jungen Keeper im Interview mit DAZN und Spox, seine Entscheidung genauestens zu überdenken.


Bei Bayern muss man sich beweisen


Kahn wolle nicht von einem Kulturschock sprechen, doch Bayern sei im Vergleich zu Königsblau eine "ganz andere Welt". Es sei enorm schwer sich in München zu beweisen, "wenn man nicht Nationaltorwart ist und sich auch international nicht die richtigen Meriten erspielt hat, kann es schnell nach hinten losgehen. Da gehört das Gefühl für den richtigen Moment dazu." Im Moment glaubt Kahn also, dass ein Verbleib bei den ​Schalkern vorerst die richtige Entscheidung ist.

"Bei Schalke bleiben, Erfahrungen machen, Schritt für Schritt besser werden und dann in Ruhe über solche Sachen nachdenken", so der ehemalige Welttorhüter. Nichtsdestotrotz glaubt Kahn an das enorme Potential von Nübel: "Talente gibt es viele. Aber er ist mit seinen 22 Jahren schon sehr weit, was das Torwartspiel anbelangt. Man kann keine großen Schwächen ausmachen. Er ist auch mental stabil."

Manuel Neuer

Manuel Neuer entschied sich vor fast einem Jahrzehnt für den FC Bayern


Nübel bringt alles mit, was einen modernen Keeper auszeichnet. Hervorragendes Spiel auf der Linie, gute Strafraumbeherrschung und auch seine Qualitäten am Ball erinnern an einen jungen Manuel Neuer. Der 22-Jährige könnte also den gleichen Weg gehen, dem schon der rund zehn Jahre ältere Neuer ging. Auch für ihn stand damals viel auf dem Spiel, doch in München konnte er den nächsten Schritt machen und sich zu einem der besten Torhüter der Welt entwickeln.


Verlängerung auf Schalke ist unwahrscheinlich


Warum es in den letzten Tagen überhaupt zu diesen Spekulationen kam, liegt an Nübel und seinem Berater. Wie Stefan Backs vermeldete, sei eine Vertragsverlängerung mit dem jungen Keeper nämlich unwahrscheinlich. Momentan läuft das Arbeitspapier 2020 aus, doch ein Interesse diesen zu verlängern, schien Schalke nicht wirklich aufzubringen. "Schalke hatte monatelang Zeit, Gespräche zu führen und hat dies nicht getan. Alex hat das Recht, sich seine Gedanken zu machen. Bestehende Verträge sind nicht einseitig", so Backs bei Sport1.


Es deutet also viel darauf hin, dass Nübel den FC Schalke 04 schon in diesem Sommer verlassen könnte. Immerhin wäre es für Königsblau auch die letzte Möglichkeit, sich eine Ablösesumme für den vielversprechenden Keeper zu sichern. Ob der FC Bayern allerdings ernst macht oder sich noch ein ganz anderer Verein findet, ist aber noch unklar. Für Nübel entscheidet dieser Sommer aber definitiv über seinen weiteren Karriereverlauf​.