​Der ​SV Werder Bremen und der FC Bayern München boten sich am Mittwoch einen ​spannenden Pokalfight. Umso bitterer, dass das Duell auf Augenhöhe am Ende durch einen ​mehr als zweifelhaften Elfmeterpfiff zugunsten der Bayern entschieden wurde. Robert Kampka machte dabei in seiner Funktion als ​Video-Schiedsrichter keine gute Figur und wurde daher für einen geplanten Einsatz am Wochenende zurückgezogen.


Dabei wollte man den Unparteiischen seitens des DFB aber nicht für seinen Fehler im Pokal bestrafen, sondern den 37-Jährigen vielmehr schützen. Der Einsatzplan des Referees hatte am Samstag nämlich ursprünglich bereits ein weiteres Spiel mit Bremer Beteiligung vorgesehen. So war der gebürtige Görlitzer als vierter Offizieller beim Gastspiel des Nordklubs in Düsseldorf eingeplant.

Da die Gemüter nach der Fehlentscheidung unter der Woche bei einigen Spielern und Offiziellen der Bremer hochgekocht waren, wäre Kampka am Samstag als erster Ansprechpartner der beiden Cheftrainer jedoch alles andere als die ideale Lösung gewesen. Um den hauptberuflich als Truppenarzt bei der Bundeswehr tätigen Schiedsrichter vor möglichen Anfeindungen zu schützen und seine Integrität nicht zu gefährden, wird er daher am Wochenende durch seinen Schiedsrichterkollegen Florian Heft vertreten.


Dabei hofft man von Seiten des DFB, dass Kampka nun etwas aus der Schusslinie gerät. Zuvor hatte aber auch ​Dr. Jochen Drees, seines Zeichens Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB, Kritik an seinem Kollegen geäußert. So bemängelte er den am Pokalabend nicht ausreichenden Austausch zwischen Kampka und Hauptschiedsrichter Daniel Siebert.

Anstatt das vermeintliche Foul an Bayern-Angreifer Kingsley Coman nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter noch einmal selbst in der Review-Area in Augenschein zu nehmen, verließ sich der Referee auf die Einschätzung aus Köln. Wie die BILD mittlerweile in Erfahrung gebracht haben will, sollen die beiden Unparteiischen dabei ordentlich aneinander vorbei geredet haben.


Dem Bericht zufolge habe Siebert einen de facto nicht vorliegenden Kontakt am Fuß des französischen Offensivspielers geahndet und dies Kampka so auch mitgeteilt. Anstatt seinen Kollegen auf diese Fehleinschätzung aufmerksam zu machen, habe sich der Video-Assistent jedoch auf einen leichten Kontakt am Oberkörper konzentriert und damit ohne Absprache eine andere Bewertungsgrundlage der Situation gewählt.