Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit ist der Kampf um die deutsche Meisterschaft auch fünf Spieltage vor Saisonende noch immer spannend. Im direkten Vergleich geriet der ​BVB gegen den FC Bayern München unlängst zwar heftig unter die Räder, rein tabellarisch trennt beide Teams aber nur ein Zähler. Auch verbal halten die Borussen in Persona von Geschäftsführer ​Hans-Joachim Watzke munter dagegen.


Dabei strahlte der BVB-Boss trotz des 0:5-Debakels am 28. Spieltag in der Allianz Arena zuletzt weiterhin ein großes Selbstvertrauen aus und ließ sich auch durch erste ​aufkommende Kritik an seinem Cheftrainer Lucien Favre nicht aus der Ruhe bringen. Hilfreich waren mit Sicherheit die letzten Ergebnisse, vor allem der überzeugende 4:0-Sieg am vergangenen Spieltag gegen den SC Freiburg.

Hans-Joachim Watzke

Hans-Joachim Watzke nimmt nur selten ein Blatt vor den Mund



Kein Wunder also, dass sich der 59-Jährige am Donnerstagabend beim 'Kneipengespräch' mit dem Politiker Tilman Kuban in blendender Laune präsentierte. Dabei konnten die Gäste im Klubheim des TSV Kirchdorf so manche Spitze in Richtung der Bayern hautnah miterleben. So verglich der BVB-Boss unter anderem die unterschiedliche Außenwirkung beider Spitzenmannschaften. Seiner Ansicht nach würden etwa "70 Prozent der Deutschen" den Dortmundern beim Kampf um die Meisterschale die Daumen drücken.


Wie unterschiedlich beide Vereine und auch ihre Anhänger ticken, könne man allein an den eventuellen Meisterfeiern erkennen. Während in Dortmund jeder Fan seit Jahren nach dem nächsten Titel lechzt, sind die ​Bayern extrem erfolgsverwöhnt. "Wenn die Meisterfeier auf dem Marienplatz stattfindet, kommen 3000 Leute plus 1500 Touristen, die gucken: Was ist denn da los, okay, da gehen wir auch mal vorbei. Bei uns wäre der Titel eine ganz andere Nummer", so der angriffslustige Watzke laut der BILD.

Borussia Dortmund v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Die BVB-Fans stehen stets geschlossen hinter ihrer Mannschaft



Doch nicht nur jetzt, in der entscheidenden Saisonphase, stünde die gesamte Dortmunder Bevölkerung geschlossen hinter der Borussia. Vielmehr stellte der erfahrene Funktionär interessante Parallelen zwischen Spieltagen der Schwarz-Gelben und christlichen Feiertagen her. "Am Spieltag ist es, wie wenn woanders Weihnachten gefeiert wird und überall die Weihnachtsbeleuchtung hängt. Bei uns hängen überall Fahnen. Die Leute sind elektrisiert", so der BVB-Boss.


Eine Meisterschaft habe daher bei einem Verein wie dem BVB "ein ganz anderes Gewicht". Um die Chance aufrecht zu erhalten, am Ende ganz oben zu stehen, dürfen sich die Dortmunder in den kommenden Wochen aber wohl keinen Ausrutscher mehr leisten. Umso pikanter, dass bereits am Samstag das mit Spannung erwartete Derby gegen den FC Schalke 04 ansteht.