Zwei Tage vor dem 94. Bundesliga-Derby zwischen ​Schalke 04 und dem ​BVB fanden die jeweiligen Pressekonferenzen statt. In Gelsenkirchen bezog sich S04-Urgestein Stevens auf die Bedeutung des Derbys, kommentierte die beiden speziellen Ausgangslagen vor dem Spiel und machte deutlich, das ganze Spiel über die eigene Qualität zeigen zu wollen. 


Die Ausgangslagen vor diesem besonderen Spiel, welches aus ewiger Rivalität eine ganz andere Dimension hat als ein "normales Bundesligaspiel", könnten unterschiedlicher nicht sein.

Während die Dortmunder ihre Saison an der Tabellenspitze verbringen und sich am Ende der Saison mit Bayern München einen Kampf um die Meisterschaft liefern, hängen die Schalker tief im Abstiegskampf. Die Hoffnung auf einen erneuten Gewinn der Schale auf der einen Seite. Die Hoffnung auf die Erlösung durch das Saisonende mit Klassenerhalt auf der anderen.


Dennoch liegt auf beiden Teams ein großer Druck: „Der eine hat zwar positiveren Druck, der andere eine andere Art. Aber bei beiden hat man es mit Druck zu tun. Da muss man mit umgehen", so Stevens. 


Ganz so einfach ist es natürlich dennoch nicht. Während die Schalker mit ​mannschaftsinternen Querelen und ​Gerüchten über Wechsel von S​pielern mehr Aufmerksamkeit erlangen, als durch positive Leistungen auf dem Platz, haben die Dortmunder ganze 20 Tore und 42 Punkte mehr auf dem Konto. Ein deutlicher Unterschied, durch den die Dortmunder ohne Frage sicherer aufspielen können. 

Huub Stevens

Stevens hat auf Schalke alle Hände voll zu tun



Ein weiterer Faktor für das Derby sind die Emotionen. Ob diese gegen eine qualitativ hochwertigere Dortmunder Mannschaft die größte Waffe seines Teams sind, wird Stevens gefragt. Nach kurzem Zögern verweist er dann aber auch auf die Qualität der Königsblauen: „Ich hoffe, dass wir in den 90 Minuten bestimmte fußballerische Qualitäten zeigen können. Aber dann meine ich auch 90 Minuten, nicht bestimmte Minuten. Denn das passiert bei uns. Wir haben Momente im Spiel, da spielen wir ordentlich und gut, und dann fällt es wieder weg. Es muss mal über die 90 Minuten gut sein!" Die Gründe für diese oftmals entscheidenden Fehler wollte der Limburger aber nicht öffentlich kommentieren - zumindest noch nicht. 


Kutucu wieder eine Option

Nachdem Ahmed Kutucu die letzten Wochen wieder vermehrt bei der U19 und U23 für die Knappen auflief (und dort zu überzeugen wusste), ist er nun wieder eine Option für die Profis. ​

„Es war auf Wunsch von Ahmed. Er ist zu uns gekommen und hat gefragt, ob er dort spielen könnte. Ich finde das ist ein Kompliment für den Spieler, dass sie von sich selbst dazu kommen", erklärt Stevens und verweist auch auf die Abiturprüfungen seines Schützlings, die parallel zu Kutucus Aufstieg bei S04 liefen. Neben den Langzeitverletzten fehlen am Samstag auch noch ​Konoplyanka, Skrzybski und Riether.


Für Samstag sei es besonders wichtig, zu wissen worum in dem Spiel geht. „Die Jungs machen kleine Schritte, der eine schneller, der andere versteht es vielleicht noch immer nicht. Ich versuche, dass am Samstag alle wissen, was gefragt ist - und ich hoffe, dass es so kommt. Sicherheit habe ich nicht, aber ich hoffe es." Trotz aller Unruhe und der bedrohlichen Situation sagt Stevens im Hinblick auf sein vermutlich letztes Revierderby als Trainer: „Ich freue mich!"