​Der ​FC Bayern München hat am Mittwochabend das Ticket für das DFB-Pokalfinale gebucht. Beim ​SV Werder Bremen setzte sich der deutsche Rekordmeister nach unterhaltsamen und kurzweiligen 90 Minuten ​mit 3:2 durch. Eine strittige Elfmeterentscheidung in der Schlussphase brachte die Gäste auf die Siegerstraße.


"Es war ein tolles Spiel von beiden Mannschaften", wird Bayern-Coach Niko Kovac auf der vereinseigenen Homepage zitiert. "Wenn ich die Chancen gewichten würde, dann sind wir diejenigen, die unter dem Strich verdient weitergekommen sind", führte der 47-jährige Übungsleiter weiter aus. Als Thomas Müller nach gut einer Stunde zum 0:2 traf (63.), schien die Partie entschieden zu sein. 


"Wir haben bis zu unserem 2:0 ein ziemlich gutes Spiel gemacht und sind verdient in Führung gegangen", resümierte Müller. Die Hausherren zeigten jedoch eine tolle Moral und glichen innerhalb von zwei Minuten durch die Tore von Yuya Osako (74.) und Milot Rashica (75.) aus. "Bei den Gegentoren waren wir zu passiv", monierte Kovac. "Ich wusste, wenn Bremen hier ein Tor schießt mit dem tollen Publikum, dann kann hier noch was passieren."

"Wir haben nach dem Rückstand nicht aufgesteckt, uns zurückgekämpft", betonte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann. "Das ist brutal, heute zu verlieren." Zum großen Entsetzen der Bremer zeigte Schiedsrichter Daniel Siebert in der Schlussphase auf den Punkt. Kingsley Coman war zuvor nach einem leichten Schieber von Theodor Gebre Selassie zu Boden gegangen. Robert Lewandowski ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:3-Endstand (80.). Die Meinungen zu dieser Elfmeterentscheidung gingen weit auseinander. 


"In mindestens neun von zehn Fällen pfeift er nicht", sagte Werder-Cheftrainer Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz nach der Partie. "Der Elfmeter war lächerlich. Wofür haben wir den Videobeweis? Dann können wir den auch wieder abschaffen", schimpfte Max Kruse, der nach dem Abpfiff mit Jerome Boateng aneinandergeraten war. "Gegen Bayern so zurückzukommen zum 2:2 - das ist einfach gut. Aber wir haben das Ding verloren, das ist alles, was heute zählt", gab der Werder-Kapitän zu Protokoll. 

Im Bayern-Lager sah man die Szene etwas anders. Präsident Uli Hoeneß sprach von einem Elfmeter, den er "hundert Prozent in Ordnung fand". Kovac bezeichnete die Situation auf der Pressekonferenz als harte Entscheidung, "wobei man auch sagen muss, dass Kingsley einen Schubser bekommt. Der fällt nicht von alleine", so der Münchner Übungsleiter. "Einige pfeifen ihn, andere nicht. Wenn er nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen."

Kohfeldt wollte die Partie allerdings nicht nur auf die strittige Elfmeterentscheidung reduzieren. "Ich will auch darüber reden, wie stolz ich darauf bin, wie meine Mannschaft heute gespielt hat", betonte der 36-Jährige. "Ich kann mich nur bei meiner Mannschaft bedanken. Sie haben alles reingeworfen. Wir wollen mehr solcher Abende erleben, deshalb fangen wir direkt an, uns zu regenerieren und wollen am Samstag mit einem Sieg in Düsseldorf einen großen Schritt Richtung Europa gehen, damit die Lichter in Bremen wieder häufiger brennen."