Markus Anfang ist seit dieser Saison Trainer des ​1. FC Köln und steht am 31. Spieltag kurz vor dem sicheren Aufstieg in die Bundesliga. Dennoch haben Trainer und Mannschaft über die letzten Wochen und Monate viel Kritik einstecken müssen, ​sogar Anfangs Job sei ab Sommer nicht mehr ganz sicher, heißt es. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Darmstadt (Freitag 18:30 Uhr) hat sich der Effzeh-Coach nun offen zur Kritik geäußert.


Als sich Markus Anfang am Mittwoch auf der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten stellte, waren gerade einmal drei Tage nach der bitteren 3:0-Niederlage in ​Dresden vergangen. Diese Pleite, zusammen mit ihrer Deutlichkeit, hatte eine erneute Welle Kritik an Anfang und seiner Mannschaft eingebracht. 


Schon länger hieß es, das Team spiele nicht souverän und sicher genug, um nach dem Aufstieg in der Bundesliga mitzuhalten. Und da liegt die Krux: Der so gut wie sichere Aufstieg (kann theoretisch schon am kommenden Spieltag gesichert werden) ist nur eine Zwischenetappe auf dem Reißbrett der Verantwortlichen und auch der Fans, die ihren Verein wieder langfrisitig in der Bundesliga sehen wollen. Das durften die Spieler erneut nach dem 1:1 gegen den HSV durch die Reaktion der Fans erfahren. Köln-Spieler Czichos: ​„Ich habe gedacht wir wären Fünfter."

Jonas Hector,Niklas Kreuzer

Jonas Hector im Zweikampf mit Niklas Kreuzer beim 3:0 Sieg der Dresdner



Anfang stellte sich auf der gestrigen PK direkt in seiner Eröffnung vor sein Team, machte aber auch deutlich, dass das ein „richtig schlechtes Spiel" war. „Das haben wir mit den Jungs auch so analysiert und da mussten wir auch schonungslos und ganz klar sein, in allen Bereichen die das Spiel mitgebracht hat", so der Coach weiter. Dann bezog er sich auf die allgemeine Kritik und betonte dabei, dass es auch völlig normal sei, dass man auch als Team mal einen schlechten Tag haben kann, ungeachtet von Vorbereitung und Willen. „Das sind meine Jungs und die dürfen auch mal ein schlechtes Spiel machen. Das ist menschlich und passiert neben anderen Berufen auch im Fußball."


Dennoch merkte der gebürtige Kölner auch an, dass das Ziel Aufstieg nicht in Gefahr ist: „Wir werden definitiv aufsteigen, das werden wir schaffen", gab er unmissverständlich zu verstehen. Ungeachtet davon wolle er aber auch die restlichen Spiele gewinnen. Dass der Aufstieg selber allerdings nur der Anfang sein soll und nicht nur alleine der große Wunsch der Fans ist, weiß Anfang jedoch auch und betonte, dass er auch jeden Fan verstehen könne, vor allem die nach Dresden mitgereisten Anhänger, wenn sie nach so einer "Nicht-Leistung" enttäuscht nach Hause müssten. 


Auch die Fans wurden wieder unruhiger

Durch die letzten drei sieglosen Spiele waren die Fans wieder unruhiger geworden, auch das für den Trainer verständlich, auch er habe sich das anders vorgestellt. „Wir müssen die Spiele gewinnen. Dass der Kölner Fan nicht in der zweiten Liga, sondern in der ersten Liga sein will, und das so schnell wie es geht, [...] das akzeptiere ich auch. Ich bin selber in Köln groß geworden und klar willst du den 1. FC Köln in der Bundesliga sehen." Durch die über die letzten Wochen verpassten, frühzeitigen Möglichkeiten, sei dann wieder etwas Ungeduld und Unruhe aufgekommen. „Wir sind hier hergekommen um Köln wieder in die Bundesliga zu bringen und wir sind auf dem Weg dahin."


Auch wenn der Aufstieg vermutlich nur noch eine Frage der Zeit ist, bleibt es in Köln spannend. Die Kritik am Trainer, an der fehlenden Souveränität in seinem Spiel ebbt noch nicht ab. Auch wenn Anfang betonte, dass das Verhältnis zwischen ihm und Armin Veh weiterhin sehr gut und "konstant" sei, bleibt abzuwarten, ob sich im Sommer etwas auf der Trainerposition tut.