​Am kommenden Wochenende beherrschen ​zwei ​Lokalderbys den Spieltag - und könnten schon für eine Weichenstellung in Richtung Titelvergabe sorgen. Zumindest was einen der beiden Derby-Schauplätze anbelangt, gab es eine ähnliche Konstellation schon einmal. Konkret: im Jahr 2007. Ein Protagonist von damals erinnert sich noch heute gerne.


Es war zwar nicht der 30. Spieltag, wie heuer, sondern der 33., aber auch damals fand mitten in der entscheidenden Phase der Meisterschaft ein Revierderby in Dortmund statt. Nur unter umgekehrten Vorzeichen: nicht "Schwatz-Gelb", sondern "Königsblau" griff nach den Sternen. Und musste auf Ausrutscher des ärgsten Rivalen (der VfB Stuttgart, so lange ist das schon her...) hoffen. 


Die ​Borussia hingegen spielte seinerzeit eine ähnlich enttäuschende Saison wie S04 in der laufenden Spielzeit. Für den damaligen BVB-Stürmer Alexander Frei war das sogar irgendwie der entscheidende Faktor. "Die ganze Woche vorher war Jubel, Trubel auf dem Trainingsgelände", erinnert sich der Schweizer gegenüber dem kicker. "Jeden Tag waren viele Leute dort, die unser Bewusstsein dafür schärften, wie wichtig dieses Spiel war." Es konnte einfach nicht sein, so Frei, "dass der Erzfeind in unserem Stadion Meister wird". 


Also genau wie heute, nur andersrum: jeder wusste damals, dass eine komplette (und katastrophale) Spielzeit gerettet würde, wenn man denn dem Erzrivalen nur die (Meister-)Tour vermasseln würde. 


"Dank solcher Spiele bleibst du bei den Fans in Erinnerung"


Und so kam es denn auch: der BVB schlug tatsächlich die favorisierten "Knappen" (Tor von Frei inklusive) mit 2:0. Natürlich wusste Frei schon damals, welche Bedeutung dieser Sieg für seinen Klub, aber vor allem auch für die Fans des BVB hatte: "Dank solcher Spiele bleibst du bei den Fans in Erinnerung. So viele Autos konnte ich gar nicht fahren, wie mir angeboten wurden, sie von glücklichen BVB-Fans waschen zu lassen." 


Da der VfB zeitgleich seine Aufgabe in Bochum meisterte, zog er am vorletzten Spieltag an den Gelsenkirchenern vorbei und ließ sich auch am letzten Spieltag die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Diesmal soll es aus Schalker Sicht genauso laufen - nur halt andersrum.