Nach Saisonende wird Dieter Hecking überraschend seinen Hut bei Borussia Mönchengladbach nehmen. Sportdirektor Max Eberl kündigte einen Kurswechsel an, verpflichtete für die neue Saison Marco Rose und will gemeinsam mit dem 42-Jährigen den nächsten Schritt machen. Möglicherweise profitiert davon der FC Schalke: Wie der kicker berichtet, sei Hecking in den Fokus der Knappen gerückt. 


Das Aus von Hecking in Mönchengladbach kommt überraschend, wurde von Eberl allerdings fundiert begründet. Die aktuellen Zahlen sind trotz der jüngsten Ergebniskrise äußerst positiv: Die Fohlen rangieren auf dem fünften Tabellenplatz, begeisterten besonders in der Hinrunde mit offensivem Fußball und bewiesen, wie groß der Schritt nach der enttäuschenden vergangenen Saison, die man lediglich auf dem neunten Tabellenplatz beendete, war.

Dieter Hecking

Bei Borussia Mönchengladbach muss Dieter Hecking aufhören, an ein Karriereende denkt der 54-Jährige allerdings noch lange nicht.



Doch das, was Hecking seit seinem Amtsantritt im Dezember 2016 aufgebaut hat, soll nun von Marco Rose fortgeführt werden. Seine Zukunft ließ der 54-jährige Übungsleiter offen, zuletzt wurde er als neuer Sportchef bei Hannover 96 gehandelt. Ohnehin kann sich Hecking vorstellen, eines Tages in das Management zu wechseln und seine Laufbahn als Trainer zu beenden - seine nahe Zukunft soll allerdings weiter auf der Trainerbank liegen: "Ich kann hier heute sagen, dass ich nicht als Sportdirektor nach Hannover kommen werde. Ich bleibe Trainer und werde auch in der neuen Saison wahrscheinlich irgendwo an der Linie stehen", wurde er in der WAZ zitiert. 


Schlägt Schalke zu?


Den Verantwortlichen des FC Schalke 04 dürfte diese Stellungnahme gefallen. Der Tabellen-15. sucht laut kicker für die kommende Saison einen "​erfahrenen wie gestandenen Trainer", der die Mannschaft nach dem Absturz in den vergangenen Monaten wieder stabilisieren und zurück in die Spur bringen soll. Wie es heißt, gilt Hecking seit seinem Aus in Mönchengladbach als Favorit auf den Trainerposten, während die Führungsetage von Bruno Labbadia, der ebenfalls gehandelt wurde, nicht zu 100 Prozent überzeugt sei. 

Jochen Schneider

Sport-Vorstand Jochen Schneider hat derzeit alle Hände voll zu tun. Hat der 48-Jährige nun "seinen" Trainer gefunden?



An Erfahrung mangelt es dem Mann aus Castrop-Rauxel nicht: Als Trainer von Alemannia Aachen, Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg, VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach erlebte Hecking 414 Bundesligaspiele als Trainer, sammelte bereits Erfahrungen in Champions und Europa League und gewann mit den Wölfen im Jahr 2015 den DFB-Pokal.


Nachdem er bereits im vergangenen Sommer an der Seite von Eberl in Gladbach einen radikalen Kurswechsel vornahm, müsste er auch auf Schalke einen Umbruch begleiten. Sportvorstand Jochen Schneider ist in der Pflicht, die Mannschaft nach der chaotischen Saison 2018/19 neu aufzustellen und ihnen einen Trainer zur Seite zu stellen, der genau weiß, worauf es in dieser Situation ankommt. Dieter Hecking ist in der Branche ein etablierter und angesehener Mann, dessen plötzliches Aus als große Chance für S04 erscheint.