​Der ​FC Bayern München hat mit der Verpflichtung von ​Lucas Hernandez einen neuen Rekord-Transfer getätigt. 80 Millionen Euro Ablöse wurden für den Verteidiger von Atletico Madrid fällig, der damit als teuerster Bundesliga-Neuzugang in die Geschichte einging. Dass der Tabellenführer in diesem Sommer für einen Spieler noch tiefer in die Tasche greift, ist unwahrscheinlich. Einen Transfer über 100 Millionen Euro wird es laut Präsident Uli Hoeneß vorerst nicht geben.


Mit Hernandez, Benjamin Pavard und ​Jann-Fiete Arp haben die Bayern bereits drei Neuzugänge für die kommende Saison unter Dach und Fach gebracht. Mit insgesamt 118 Millionen Euro schlugen die Transfers zu Buche. "Wir sind der Meinung, es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der FC Bayern sein hart erarbeitetes Geld in den Markt gibt, um wieder eine neue, junge Mannschaft auf den Platz zu führen", erklärte Hoeneß im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur


Der 67-Jährige legt beim Umbruch großen Wert darauf, dass man verdienten Spielern "nicht vor den Kopf stößt. Das ist nicht meine Welt", stellte der Weltmeister von 1974 klar. "Ich habe hier beim FC Bayern immer dafür gekämpft, dass wir Persönlichkeiten wie ​Arjen (Robben) und ​Franck (Ribery), auch einem Rafinha, einen vernünftigen Abgang verschaffen. Und zwar in einem Jahr des Übergangs, ohne einen totalen sportlichen Einbruch zu erleben", führte der Präsident weiter aus. 

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Brechen im Sommer ihre Zelte ab: Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry


Kritik, wonach der deutsche Rekordmeister den Umbruch zu lange hinausgezögert und verschlafen habe, kann Hoeneß überhaupt nicht nachvollziehen. "Beim tollen 3:2 im Länderspiel in den Niederlanden standen fünf Bayern-Spieler in der Startelf, darunter nur der ältere ​Manuel Neuer sowie vier Junge: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry, alle Jahrgang 1995", gab der Ex-Profi zu Protokoll. Kein anderer Verein hätte in dieser Partie mehr als einen Spieler gestellt. 


"Der Verein, der am meisten kritisiert wurde, dass er den Übergang nicht geschafft haben soll, erfreut beim Neuaufbau der Nationalmannschaft am meisten", sagte der 67-Jährige, der ​​weitere Neuzugänge in Aussicht stellte. "Der eine oder andere wird vielleicht noch dazu kommen", so Hoeneß, der einen Transfer im dreistelligen Millionenbereich allerdings ausschloss. "Dieses Jahr sicherlich nicht. Und ich muss zugeben, auch 80 Millionen hätte ich mir vor zehn Jahren nicht vorstellen können", betonte der ehemalige Angreifer.


"Mbappé würde ich sofort kaufen"


Dürfte sich der Präsident einen Spieler aussuchen, würde die Wahl auf Kylian Mbappé fallen. "Mbappé würde ich sofort kaufen. Der Spieler ist toll", schwärmte Hoeneß. "Aber für den fehlt uns das notwendige Geld." Mit einem Marktwert von 200 Millionen Euro ist der Angreifer in Diensten von Paris Saint-Germain aktuell der wertvollste Spieler der Welt.