​Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass nach dem 29. Spieltag der ​FC Bayern München mit nur einem Punkt Vorsprung auf den BVB die Tabelle anführt, hätten wir wohl alle unterschrieben. Und trotz des verheerenden 0:5, welches die Borussen vor gut einer Woche in München einstecken mussten, gibt es noch ein paar Argumente, die für einen Meister in "schwatz-gelb" sprechen. 


Ein allgemeiner Blick auf die Restprogramme beider Titelaspiranten zeigt: das Niveau der verbleibenden Gegner ist in etwa gleich hoch anzusiedeln. Das Zünglein an der Waage könnte in dieser Spielzeit der SV Werder Bremen sein. Die einen (Bayern) empfangen die Norddeutschen zuhause, die anderen (BVB) müssen ins Weserstadion. 


Den Beginn macht der FCB. Am nächsten Samstag gibt es die Neu-Auflage des Nord-Süd-Gipfels, und selten in den vergangenen Jahren steckte in selbigem so viel Brisanz wie heute. Dies ist vor allem der überragenden Form geschuldet, in der sich die Hanseaten seit Wochen präsentieren. Stand heute ist der SV Werder Bremen der stärkste Gegner, auf den der FC Bayern auf nationaler Ebene treffen kann. Eine Mannschaft, der ihr Trainer ein solches Selbstvertrauen eingeimpft hat wie Florian Kohfeldt, fährt auch in die Allianz-Arena alles andere als chancenlos. Zwar ist die Aufgabe für die Dortmunder am kommenden Spieltag auch nicht von Pappe (der BVB reist zum SC Freiburg), aber wenn, dann bietet sich vor allem an diesem kommenden Oster-Spieltag die große Chance, die Münchener doch noch, quasi auf der Zielgeraden, zu überholen. 

Borussia Dortmund Celebrates Winning The DFB Cup 2017

2017 konnte der BVB zuletzt einen Titel bejubeln



Danach steht für beide jeweils ein Lokalderby an (​die Borussen empfangen die Schalker, die Münchener müssen nach Nürnberg). Und noch weiter vorausgeschaut, stellt man fest: am vorletzten und am letzten Spieltag warten auf die Bayern - von der Papierform her - schwierigere Gegner (Leipzig auswärts, Frankfurt zuhause) als auf ihren Rivalen aus dem Westen (die Borussia empfängt am 33. Spieltag die Fortuna und reist am letzten Spieltag nach Mönchengladbach). 


Gut, viel ist es nicht, an dem sich Borussen-Fans festhalten können, aber immerhin schon weitaus mehr als in den vergangenen Jahren, in denen der FCB meistens schon im April die Meisterschaft bejubeln konnte.