Ärger und Wut herrschte in der Schalke-Kurve nach dem glücklichen Remis in Nürnberg. Ausgenommen war nur Torhüter Alexander Nübel, der schlimmeres verhinderte. Sportvorstand Jochen Schneider kann den Frust nachvollziehen und spricht von einem "Rückschritt".


Ein Sieg, ein Remis und drei Niederlagen - Huub Stevens kann den ​FC Schalke auch nicht so recht in ruhigere Fahrwasser bringen. Der Jahrhundert-Coach der Knappen betont immer wieder, dass es vor allem am Kopf liege, warum S04 in dieser Spielzeit um den Klassenerhalt bangen muss. "Angst ist ein schlechter Ratgeber", versuchte er nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft zu erklären.


Nach einem zuletzt kämpferischen Auftritt gegen Frankfurt (trotz 1:2-Niederlage), ​war die Leistung im Abstiegsduell in Nürnberg am Freitagabend ernüchternd. Ein ​Rückfall in die dunkelsten Tedesco-Zeiten der laufenden Runde, könnte man sagen. "Da brauchen wir nicht drumherum reden. Es war ein enttäuschender Auftritt", wusste auch Sportvorstand Jochen Schneider im Gespräch mit der WAZ. "Das haben wir uns alle anders vorgestellt."


Bedanken konnten sich die Knappen bei Schlussmann Alexander Nübel, der (mal wieder, siehe Hannover) mit zahlreichen Glanzparaden zumindest einen wichtigen Punkt festhielt. "Außer Nübel könnt ihr alle gehen", skandierten die zahlreich mitgereisten Knappen-Anhänger nach dem Spiel. Der Rest des Teams bekam den Ärger zu spüren.

Mike Bueskens

Die Miene von Mike Büskens drückte die Stimmung im Fan-Lager perfekt aus


"Letzte Wochen haben sie die Mannschaft nach dem Spiel mit Applaus in der Kurve empfangen. In Nürnberg war das anders, weil das einfach zu wenig von der Mannschaft war. Das ist natürlich nicht schön. Nach so einer Leistung muss man das mal aushalten können. Das war nichts und deshalb ist die Reaktion nachvollziehbar", zeigte Schneider Verständnis für den Fan-Frust.


"Die Spiele gegen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt waren deutlich besser. Man hat es auch an der Reaktion der Fans gesehen, die ein gutes Gespür haben", so Schneider weiter. "Wir haben zuletzt gezeigt, dass wir anders auftreten können. Das war ganz klar ein Rückschritt in der Leistung."


Ein Rückschritt war das auch in der Ausgangslage: Am kommenden Samstag (Achtung: 20.30 Uhr) braucht es gegen formstarke Hoffenheimer dringend Punkte. Denn sollte der VfB Stuttgart gegen Augsburg gewinnen, hätten man plötzlich nur noch drei Zähler Vorsprung auf den Religationsplatz und die Abstiegssorgen wären so akut wie nie. 


Schalke muss wieder das kämpferische Gesicht zeigen, wie in Bremen und gegen Frankfurt. Es ist eben alles eine Frage des Kopfes...