​Am Ende konnten sich die ​Dortmunder über einen sehr glücklichen Sieg gegen den ​FSV Mainz freuen. Die Art und Weise wie der Sieg allerdings zu Stande kam, war nicht nur überraschend sondern auch enttäuschend. Deswegen wurde Kritik laut, wobei vor allem Lothar Matthäus die ungewohnte Müdigkeit feststellte. Die Dortmunder suchen hingegen nach Antworten.


Letzten Endes war es ein verdienter, aber sehr glücklicher Sieg für Borussia Dortmund. Dabei verlief der Anfang des Spiels nach Plan, Youngster Jadon Sancho konnte die Partie schon früh in die richtigen Bahnen lenken. Allerdings ließ der BVB viele weitere Chance aus und so kippte das Spiel nach etwas mehr als einer Stunde, als die Mainzer noch um mindestens einen Punkt kämpften. Dass die Dortmunder dann so lethargisch wirkten, ist auch für Lothar Matthäus unverständlich.

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Lothar Matthäus kritisiert die schwache Schlussphase der Dortmunder deutlich


"Die zweite Hälfte war absolut schwach, sie war kraftlos und ideenlos. Es war kein Konzept festzustellen. Hinten haben sie geschwommen, wie in München in der vergangenen Woche. Mainz war drauf und dran, mindestens einen Punkt mitzunehmen. Dortmund macht einen müden und kaputten Eindruck", so Matthäus bei Sky.


Dieses verheerende Urteil trifft die Leistung nach guter einer Stunde auf den Punkt. Die angesprochene Kraftlosigkeit wusste Mainz zu nutzen und erzielte immerhin einen Treffer und kam dem Unentschieden gleichzeitig bis zum Schluss immer näher. Eben diese Schlussphase erinnerte an das Debakel der letzten Woche in ​München, bei dem die Dortmunder ebenso passiv auftraten. Für das Meisterschaftsrennen rechnet Matthäus den Dortmunder nur noch Minimal-Chancen aus.


Dortmunder unsicher - Witsel sucht nach Antworten


Die Dortmunder selbst suchen weiterhin nach Antworten für den Leistungsabfall in Hälfte zwei.​ Der belgische Defensiv-Abräumer Axel Witsel stellte sich nach dem Spiel dem Gespräch mit Sky. Als Grund für die Müdigkeit sieht er die hohe Belastung und das intensive Training der letzten Wochen: "Wir haben im Lauf der Woche sehr hart gearbeitet, wir sind nicht gewohnt, wie verrückt zu trainieren. Wenn man regelmäßig englische Wochen hat, geht das nicht."


Vor allem die Champions League scheint also seine Spuren zu hinterlassen. Trotzdem muss man sich die Frage stellen, wieso der BVB zum Ende der Saison hin so gegenüber dem FC Bayern München zurückfällt. Immerhin muss der Rekordmeister mit dem DFB-Pokal ein noch intensiveres Programm abspulen. Auch scheint es vor allem die Schlussphasen der Dortmunder in sich zu haben: "Heute waren wir nach 65 Minuten ein wenig müde", so der Belgier.

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In der Schlussphase schienen die Mainzer den müden BVB zu überrollen


Für die letzten Spiele zeigt sich Witsel aber zuversichtlich. "Am Ende müssen wir uns keine Gedanken darüber machen, wie wir über 60 Minuten gespielt haben." Sowieso sind es nur noch fünf Spiele in denen die Dortmunder den kleinen Rückstand auf die Münchner irgendwie aufholen müssen. Mit der Leistung wie am Samstagabend gegen Mainz könnte dies aber zu einem schwierigen Unterfangen werden.


Es bleibt abzuwarten ob sich der BVB unter Lucien Favre in dieser Saison noch einmal fangen kann. Es scheint aber so, als müsste man dem starken und intensiven Saisonstart Tribut zollen, der Kader wirkt platt und müde wie schon lange nicht mehr. Nichtsdestotrotz sollte man Dortmund noch nicht abschreiben. Die Qualität der Mannschaft ist immer noch da, der Siegeswille sowieso. Einen weiteren Ausrutscher darf man sich aber nicht mehr erlauben.