Selbst nach der 5:0-Machtdemonstration im Spitzenspiel gegen den BVB ​und der Rückkehr an die Tabellenspitze, ist längst nicht sicher, ob ​Niko Kovac auch in der kommenden Saison das Amt des Cheftrainers des ​FC Bayern München bekleiden darf. Zu tief sitzt angeblich der Stachel des frühen Ausscheidens in der Champions League. Als möglicher Nachfolger wird weiter ​Mauricio Pochettino gehandelt.


Im Gegensatz zu Kovac befindet sich der 47-Jährige mit seinem aktuellen Klub Tottenham Hotspur in dieser Spielzeit auch in der Königsklasse auf einem guten Weg - im Viertelfinal-Hinspiel konnte man sogar einen ​1:0-Heimsieg gegen den Titelaspiranten Manchester City einfahren. Dabei traten die Spurs sehr selbstbewusst auf und schreckten im Gegensatz zu den Bayern, die beim Rückspiel im Achtelfinale gegen Liverpool sehr gehemmt aufgetreten waren, auch vor großen Namen auf der Gegenseite nicht zurück.

Niko Kovac

Niko Kovac ist bei den Bayern weiterhin nicht unumstritten



Verstecken muss sich der Klub aus London im Konzert der ganz Großen in der Premier League ohnehin nicht mehr. Der Aufschwung ist dabei eng mit Pochettino verknüpft, dem es in den vergangenen drei Jahren gelungen ist, eine sehr homogene Mannschaft zu formen. Dabei treten erfahrene Routiniers Seite an Seite mit hoch veranlagten Talenten auf - die Spurs zeichnen sich durch eine starke mannschaftliche Geschlossenheit aus.


Diese Kameradschaft und auch der Mut, eine offensive Spielweise an den Tag zu legen, soll auch die Bayern-Bosse bereits vor gutem Jahr auf den Plan gerufen haben. Damals bissen sich Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß dem Vernehmen nach aber an Spurs-Präsident Daniel Levy die Zähne aus.


Allem Anschein nach denken die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters nun jedoch über eine erneute Attacke nach. So berichtete unlängst die Mundo Deportivo von einem Interesse der Bayern. Auch der zuweilen gut informierte Journalist Guillem Balague will nun in Erfahrung gebracht haben, dass die Münchner bereits angefragt haben und den Argentinier gerne für die kommende Saison als neuen Übungsleiter an der Säbener Straße begrüßen würden.

Der deutsche Journalist Raphael Honigstein schlug in die gleiche Kerbe und bestätigte, dass die Bayern bereits letztes Jahr an Pochettino dran waren. Signalisiert der Star-Trainer in den kommenden Wochen, dass er sich einen Abgang aus London vorstellen könnte, würden die Bayern ihn daher wohl mit offenen Armen empfangen.


Wie bereits vor Jahresfrist könnte aber Tottenham-Boss Levy zum Spielverderber werden. Schließlich wissen auch die Spurs ganz genau, was sie an ihrem Cheftrainer haben - zudem läuft dessen Vertrag erst im Sommer 2023 aus. Im Falle eines Deals wäre daher wohl eine für Trainerverhältnisse astronomische Ablösesumme fällig. 


Noch hat aber auch Kovac ein paar Wochen Zeit, um Werbung in eigener Sache zu machen. Stehen die Münchner am Ende der durchaus komplizierten Saison mit der Meisterschale und dem DFB-Pokal auf dem Rathausbalkon in München, dürfte der 47-Jährige wohl, allen internen Querelen zum Trotz, auch in der kommenden Saison die Geschicke der Bayern leiten.