Während Fußballspieler nur in den beiden Transferperioden im Sommer und Winter die Gelegenheit haben, ihren Verein zu wechseln, dreht sich das Karussell auf der Trainerposition ständig. Auch in dieser Saison wurden in der Bundesliga wieder einige Übungsleiter entlassen, andere dafür eingestellt, um die Mannschaft wieder auf die Siegerstraße zu führen. Erst am Dienstag stellte der FC Augsburg Manuel Baum frei und ernannte Martin Schmidt als dessen Nachfolger, was den sechsten Trainerwechsel in dieser Saison bedeutete. Alle bisherigen Entlassungen werden in der folgenden Übersicht noch einmal gelistet.


VfB Stuttgart: Tayfun Korkut / Markus Weinzierl 

Tayfun Korkut

Die Saison war erst wenige Wochen alt, ​da musste Tayfun Korkut seinen Hut beim VfB Stuttgart nehmen. Der einstige Trainer von Hannover 96 und Interimstrainer von Bayer Leverkusen führte die Mannschaft zuvor in der Rückrunde bis auf den siebten Tabellenplatz, jedoch durfte der VfB aufgrund des Pokalgewinns der Frankfurter Eintracht nicht an der Europa League teilnehmen.


Der Start in die neue Saison verlief trotz vieler Investitionen enttäuschend: Aus den ersten sieben Spielen holte Korkut lediglich fünf Punkte, zudem schied der VfB bereits in der ersten Pokalrunde bei Hansa Rostock aus. Ab dem achten Spieltag übernahm Markus Weinzierl, der zwischenzeitlich ebenfalls vor dem Aus stand, und nach 21 Spielen und gerade einmal vier Siegen bei einem Schnitt von 0,76 Punkten pro Spiel liegt.​


Bayer Leverkusen: Heiko Herrlich / Peter Bosz

Heiko Herrlich

In seinem ersten Jahr unterm Bayer-Kreuz verpasste Heiko Herrlich mit der Werkself nur knapp die Qualifikation für die Champions League, doch nach einem Jahr der Stabilisation ließ der gebürtige Mannheimer die Weiterentwicklung bei Bayer Leverkusen vermissen. Nach einem schwachen Start mit drei Niederlagen in Folge fehlte der Mannschaft in der Bundesliga die Konstanz, ​weshalb Herrlich trotz vier Siegen aus seinen letzten fünf Pflichtspielen vor Weihnachten entlassen wurde.


​Bayer überwinterte auf Platz neun, zur Rückrunde wurde mit Peter Bosz ein alter Bekannter angeheuert: Der Niederländer war bereits zuvor in Leverkusen im Gespräch, wechselte zur Saison 2017/18 jedoch zu Borussia Dortmund und scheiterte beim BVB nach nur wenigen Monaten. Nach gutem Start fehlt auch ihm die Konstanz, zuletzt verlor Leverkusen drei Mal in Serie.


Hannover 96: André Breitenreiter / Thomas Doll

Andre Breitenreiter

Nach dem Klassenerhalt im Vorjahr wollte Hannover 96 mit André Breitenreiter und Horst Heldt als Führungsduo einen weiteren Schritt nach vorne machen - doch damit weit gefehlt. In der Hinrunde kassierten die Niedersachsen zehn Niederlagen, gewannen nur zwei Partien und setzten ihre eklatante Auswärtsschwäche fort. Obwohl der Klub auf Platz 17 überwinterte, durfte Breitenreiter noch bis Ende Januar bleiben.


​Danach übernahm Thomas Doll, der das Ruder nicht rumreißen konnte und zum Saisonende aller Voraussicht nach gehen wird. Mittlerweile ist der Abstieg nahezu besiegelt, trotz guter Leistungen kann sich die Mannschaft nicht belohnen. Zudem sorgte Klub-Boss Martin Kind aufgrund seiner kritischen Aussagen für zusätzliche Störfeuer, doch der 74-Jährige erhält in Zukunft Gegenwind vom neuen Aufsichtsrat.


1. FC Nürnberg: Michael Köllner / Boris Schommers

Michael Koellner

Gemeinsam mit Michael Köllner und Andreas Bornemann feierte der 1. FC Nürnberg im vergangenen Jahr den Aufstieg, doch die Franken stehen unmittelbar vor dem direkten Abstieg: Die Verantwortlichen nahmen kaum Geld für Neuzugänge in die Hand, zudem konnte Köllner die Vereinsführung nach einer schwachen Hinrunde nicht mehr überzeugen. 


Bornemann hielt jedoch an seinem Trainer fest, ​weshalb das Duo im Februar entlassen wurde. Ab dem 23. Spieltag übernahm Co-Trainer Boris Schommers gemeinsam mit Marek Mintal. Ob beide über den Sommer hinaus an der Seitenlinie bleiben werden, ist offen.


FC Schalke 04: Domenico Tedesco / Huub Stevens

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Dass der FC Schalke ein spezieller Verein ist, bekam Domenico Tedesco auf zweierlei Art zu spüren. In seiner Premierensaison führte er die Mannschaft zur Vizemeisterschaft, Klub und Fans fanden nach Jahren wieder zueinander und bildeten eine waschechte Einheit.


Doch in seinem zweiten Jahr erfuhr Tedesco die Schattenseiten von Schalke: Nach fünf Niederlagen zum Start lag der Verein in der Winterpause auf Platz 13. Sportvorstand Christian Heidel hielt an ihm fest, verkündete nach der 0:3-Auswärtsschlappe gegen Mainz 05 am 23. Spieltag jedoch seinen Rückzug. ​Nach der Blamage in der Champions League bei Manchester City musste auch Tedesco gehen, als Nachfolger installierten die Verantwortlichen Huub Stevens und Mike Büskens bis Saisonende, während Jochen Schneider als neuer Sportchef vorgestellt wurde. 


FC Augsburg: Manuel Baum / Martin Schmidt

Manuel Baum

​Manuel Baum war seit Dezember 2016 mit Leib und Seele für den FC Augsburg verantwortlich, doch der sportliche Absturz deutete sich bereits seit vielen Monaten an. Seit November konnte der FCA kaum noch gewinnen, einzelne gute Auftritte wie gegen Bayern München oder Borussia Dortmund schmälerten diese Umstände nicht.


Nach Martin Hinteregger, ​der nach seiner Kritik gegen den Trainer zu Eintracht Frankfurt wechselte, wählte zuletzt auch ​Jeffrey Gouweleeuw deutliche Worte über Baum. Manager Stefan Reuter sah sich gezwungen, einen Schnitt zu machen und den 39-Jährigen am gestrigen Dienstag nach dem 0:4 gegen 1899 Hoffenheim gemeinsam mit Co-Trainer Jens Lehmann und Stephan Schwarz (Technischer Direktor) zu entlassen. Ab sofort übernimmt Martin Schmidt, der zuvor bei Mainz 05 und dem VfL Wolfsburg tätig war.