​Direkt nach dem Spruchband-Vorfall gegen Christoph Metzelder, tauchte schon das nächste Problem in der Schalker Fan-Szene auf. So kritisierten die S04-Ultras in ihrem Spieltagsflyer Blauer Brief die Einstellung vieler Anhänger der Königsblauen beim Auswärtsspiel gegen​ Hannover 96.


Die Fangemeinde in Gelsenkirchen scheint momentan etwas gespalten zu sein. Vor dem Spiel gegen ​Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende hielten einige Schalke-Anhänger ein Plakat mit der Aufschrift: "Vorstand: Identität zählt bei unserem Verein - Metze ist ein Zeckenschwein!" hoch. Dieses sollte den Unmut äußern, dass die Geschäftsführung des ​FC Schalke 04 überlegt, den Ex-Dortmunder Christoph Metzelder als Sportdirektor einzustellen.

Christoph Metzelder

Nach den Protesten kein Favorit mehr auf den Sportdirektor-Posten: Christoph Metzelder


Gestern wurde dann die Fan-Zeitung des vergangenen Spieltags der Ultras Gelsenkirchen (UGE) auf deren Fanpage veröffentlicht. Diese kritisierte das Verhalten einiger Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96 vor eineinhalb Wochen. Trotz des knappen 1:0-Erfolgs bei den Niedersachsen, passte den UGE die Einstellung vieler Fans überhaupt nicht, weshalb sie folgende Zeilen an dieselben richteten:


„Es war ein Bangen und Zittern auf den Rängen letzten Sonntag in Hannover. Am Ende stand der wohl wichtigste Auswärtssieg in den letzten Wochen und Monaten. Gefühlt Unmengen an Steinen, die jedem einzelnen Schalker nach dem Spiel vom Herzen gefallen sein sollten. Ein Tag, an dem jeder Königsblaue eigentlich heiser und komplett erschöpft von der bedingungslosen Unterstützung ins eigene Bett fallen müsste. Allerdings zeigten sich viele Schalker, vor allem im Unterrang nur in einer Disziplin in Bestform: dem sinnfreien Abfilmen des unterstützenden Teils unserer Nordkurve Gelsenkirchen. Es schien so, als wäre es diesen Personen scheiß egal, was gerade auf dem Rasen passierte! Der Blick war stumpf aufs Smartphone gerichtet, welches den gesamten Oberrang abfilmte.“


Angespannte Stimmung im Schalker Fan-Block


Harte Worte von den Königsblauen Ultras, denen die Anspannung des Abstiegskampfes in den letzten Wochen deutlich anzumerken ist. Zwar hat man noch fünf Punkte Abstand auf den Relegationsplatz, doch die Angst tatsächlich nochmal in den Keller zu rutschen ist beim Vize-Meister der vergangenen Saison und seiner Anhängerschaft enorm. Daher wurden die UGE noch deutlicher in ihrem Brief. „Und wofür das Ganze? Um im Nachgang auf irgendwelchen (a)sozialen Plattformen zu prahlen, was für eine grandiose Unterstützung man selber an diesem Tag geliefert hat. Quasi wie man den wichtigen Sieg selbst mit erzwungen hat? An dieser Stelle lässt sich nur eine Frage stellen: Habt ihr eigentlich den Schuss nicht gehört?! Wir denken: Nein.“


Es war  die klare Aufforderung, die Mannschaft anzufeuern und nicht das anfeuern zu filmen. Doch ob dieser raue Umgang die richtige Art war, die sowieso schon angespannte Stimmung zu verbessern, ist fraglich. Der Zusammenhalt zwischen den Ultras und der restlichen Fangemeinde wurde nach den abschließenden Worten des Blauen Briefes mit Sicherheit nicht gestärkt. „Wer sich in dieser Zeit lieber mit seinem Smartphone beschäftigt, sollte lieber zu Hause bleiben und Influencer auf YouTube werden. Über entsprechende Gegenreaktionen der Kurve muss sich dann aber keiner mehr wundern oder hinterher rumheulen! Filmt euch selber wie die Affen im Zoo oder bleibt am besten direkt mit eurem Arsch zu Hause", war  die Ansage an jeden, der nicht mit 100% bei den nächsten Spielen mit dabei ist. Harte Worte in einer der härtesten Phasen, die der Klub in jüngster Zeit durchleben musste