Die Fußball-Bundesliga hat einige der imposantesten Stadien Europas und wird für die Architektur und die Stimmung der Arenen gefeiert. 90min präsentiert euch fünf der modernsten Stadien Deutschlands und stellt deren Geschichte und Aufbau vor.


Allianz Arena - München

Birds Eye View Allianz Arena

Die Allianz Arena in München wurde 2005 eröffnet. Nachdem der Umbau des Olympiastadions, der ehemaligen Spielstätte des ​FC Bayern und des TSV 1860 München, durch den Architekten verhindert wurde, beschloss man die Errichtung eines neuen Stadions im Norden der bayrischen Landeshauptstadt. Nach mehreren kleinen Ausbauten umfasst die Arena mittlerweile 75.021 Plätze bei nationalen Spielen, die Kapazität bei internationalen Partien beträgt 70.000 Plätze. Die Südkurve ist die der Bayern-Ultras, die Gästefans befinden sich im Oberrang der Nordkurve.


Der Name des Stadions ergibt sich aus dem Sponsor Allianz, der jedoch bei der WM 2006 in Deutschland kein Turnier-Sponsor war, weswegen die Arena damals in "FIFA WM-Stadion München" umbenannt wurde und der Schriftzug "Allianz Arena" entfernt werden musste. Mit dem Abstieg 1860 Münchens aus der 2. Bundesliga, stieg der Verein aus dem Mietvertrag der Spielstätte aus, weshalb im vergangenen Jahr die ehemals grauen Sitze nun in den Farben des FC Bayern erstrahlen.


Signal-Iduna-Park - Dortmund

Borussia Dortmund v RB Leipzig - Bundesliga

Im Jahr 1974 öffnete das Westfalenstadion in Dortmund nach dreijähriger Bauzeit seine Tore. 54.000 Plätze stellte die Spielstätte damals bereit. Im Jahr 2005 änderte man den Namen aufgrund von finanziellen Gründen in Signal-Iduna-Park um, was in der Fanszene von ​Borussia Dortmund nicht überall auf Zuspruch stieß. Die Arena hat zwischen 1995 und 2003 drei Umbauphasen durchlebt und umfasst mittlerweile 83.000 Plätze. Vor allem die zweite Phase war für die Fangemeinde des BVB ausschlaggebend, da in dieser Zeit die Fankurve im Süden des Stadions ausgebaut wurde. Diese besteht aus einem Rang und umfasst knapp 25.000 Stehplätze und ist damit die größte Stehkurve Europas. 


"Die gelbe Wand" ist einer der Hauptgründe, warum Spiele im Signal-Iduna-Park bei Gegnern größten Respekt auslösen. Die Arena war eine Austragungsstätte der Weltmeisterschaften 1974 und 2006, sowie des UEFA-Pokal-Finales 2001.


Commerzbank-Arena - Frankfurt

Germany v Poland - EURO 2016 Qualifier

Das Stadion am südlichen Rand der Metropole Frankfurt existiert bereits seit 1925. Es ist jedoch die vierte Spielstätte an derselben Stelle, so wird von den Arbeiten zwischen 2002 und 2005 offiziell von einem Umbau gesprochen, es handelt sich dabei aber eigentlich um einen Neubau. So ist die Commerzbank-Arena im Gegensatz zum Vorgänger, dem Waldstadion, eine reine Fußballarena für den ortsansäßigen Verein​ Eintracht Frankfurt und nicht mehr eine Leichtathletikstätte mit einer Laufbahn. 


Bei Fußballspielen fasst das Stadion insgesamt 51.500 Plätze, der Sponsor ist die Commerzbank, die ihren Hauptsitz in der Bankenstadt hat. In der Westkurve finden sich die Eintracht-Ultras, von denen ein Teil des Öfteren wegen Ausschreitungen negativ aufgefallen ist, auf Stehplätzen wieder. In der Vergangenheit fanden neben Leichtathletik-Veranstaltungen von 1991 bis 2007 auch die Spiele des American Football Teams von Frankfurt Galaxy statt.


Veltins-Arena - Gelsenkirchen

Quarter-final England v Portugal - World Cup 2006

Die Veltins-Arena (von 2001 bis 2005 Arena AufSchalke) wurde 2001 nach einer dreijährigen Bauzeit fertiggestellt und ersetzte damit das Parkstadion als Heimspielstätte des ​FC Schalke 04. Die Arena ist eine Mehrzweckarena und kann durch das eingebaute, verschließbare Dach für Konzerte oder andere Sportveranstaltungen genutzt werden. Dabei kann die Zuschauerkapazität auf maximal 79.612 erweitert werden. 


Die Arena ist ein UEFA-Stadion der Klasse 4, welche die höchste Klassifikation ist. Neben dem Olympiastadion in Berlin und der Commerzbank-Arena in Frankfurt ist das Schalker Stadion das einzige, das eine Kapelle eingebaut hat, in der Hochzeiten und Taufen abgehalten werden können. Der harte Kern der Gelsenkirchener Anhänger findet sich traditionell in der Nordkurve wieder, um sein Team bei Heimspielen anzufeuern. Sponsor der Arena ist die Brauerei Veltins, die bis 2027 die Namensrechte erwerben konnte.


Mercedes-Benz Arena - Stuttgart

VfB Stuttgart v 1. FC Nuernberg - Bundesliga

Im Neckarpark in Stuttgart befindet sich seit 1993 die Mercedes-Benz Arena, die die Heimspielstätte des ​VfB Stuttgart ist. Bereits seit 1933 existiert dort eine Sportstätte, die zunächst als Stuttgarter-Kampfbahn erbaut wurde, jedoch nach der Eröffnung in Adolf-Hitler-Kampfbahn umbenannt wurde. Damals passten 35.000 Zuschauer in das Stadion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Arena auf 70.000 Plätze erweitert und in "Neckarstadion" umbenannt, im selben Jahr besuchten 92.000 Menschen das Spiel um die deutsche Meisterschaft. 


Über die nächsten Jahrzehnte wurde das Stadion immer weiter umgebaut und umstrukturiert und unter anderem als Spielstätte für Fußball, Leichtathletik und American Football genutzt. Seit 2011 ist das zwischenzeitliche Gottlieb-Daimler-Stadion eine reine Fußballarena, die national 60.440 und international 54.812 Plätze fasst. Die Fankurve der Stuttgarter-Anhänger ist die berühmte Canstatter Kurve, benannt nach dem Stadtteil, in dem sich das Stadion befindet.