​​Der k.O.-Schlag passierte in der 99. Spielminute. Für den ​FC Schalke 04 war die späte 1:2-Niederlage gegen ​Eintracht Frankfurt der nächste Nackenschlag. Interimstrainer Huub Stevens holte auf der darauffolgenden Pressekonferenz zur Verbalattacke aus. 


Das Remis schien zum Greifen nah, bevor in der neunten Minute der Nachspielzeit ganz Gelsenkirchen geschockt wurde: Nach Rücksprache mit den Videoassistenten und mit Blick auf die Bilder entschied Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Elfmeter für die Gäste. Als Grund dafür hatte Stegemann ein Handspiel von Schalke-Rechtsverteidiger Daniel Caligiuri ausgemacht. 


Caligiuri war der Ball nach einem Schuss von Filip Kostic an den ausgestreckten Arm gesprungen. Die Schalker verwiesen allerdings auf Eintracht-Kapitän David Abraham. "Er hat ihm einen Schubs gegeben", sagte Stevens.


"Du bist lächerlich"​


Auch darüber hinaus war Stevens am gestrigen Nachmittag nicht zum Scherzen aufgelegt. 

Eine Frage zu Suat Serdar, der in der Nachspielzeit nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war, brachte den "Knurrer aus Kerkrade" vollkommen aus der Fassung: "Du bist lächerlich", sagte er in Richtung des Journalisten laut dpa. "Das Foul von Serdar war auch unglücklich an der Stelle", lautete der Satz des Medienvertreters, woraufhin dieser von Stevens harsch angegangen wurde. 


"Grandios, super, dass du diese Frage stellst", sagte Stevens ironisch und lobte den kämpferischen Einsatz des Ex-Mainzers. Als der Journalist nachhakte, schimpfte Stevens: "Hör auf! Ich antworte dir nicht mehr. Weg! Du bist lächerlich. Du stehst hier und bist der große Junge, aber du bist lächerlich. Hast du kein Gefühl dafür?"


Im Laufe des Gesprächs mit den Medienvertretern konnte sich der Niederländer nicht beruhigen. Später meinte er: "Schreib morgen, was du willst, mir macht das nix aus. Ich bin in zwei Monaten doch wieder weg. Aber komm nicht mehr an für ein Interview. Das ist vorbei." Von dem Journalisten ließ Stevens keine Nachfrage mehr zu. Dessen Kollegen, der die Fragestellung übernahm, bezeichnete Stevens als "Papagei".


Am Tag darauf rechtfertigte Stevens seine Verlautbarungen (via Sport1): "Wenn eine solche Frage kommt, ist man natürlich voller Emotionen. Nach einem solchen Spiel noch mehr."