Der FC Bayern München ist nach dem 5:0 über Borussia Dortmund neuer Spitzenreiter in der Bundesliga, steht zudem nach dem - wenn auch kuriosen - ​5:4 gegen den FC Heidenheim im Halbfinale des DFB-Pokals und hat alle Chancen auf das Double in dieser Saison. Auch wenn die Mannschaft selbst für ihre schwankenden Leistungen kritisiert wird, steht zumeist Trainer Niko Kovac im Kreuzfeuer derer, die auch in den vergangenen Tagen kein gutes Haar am Rekordmeister ließen. Der 47-Jährige kämpft auch nach der Wende um seine Zukunft. Mitleid gibt es dafür allerdings nicht, wie Karl-Heinz Rummenigge betonte. 


Nach hochkarätigen Trainern wie Louis van Gaal, Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti wagten die Münchner im Zuge des bevorstehenden Umbruchs das größte Experiment auf der Trainerbank seit der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann im Sommer 2008. Nach nur zwei Jahren bei Eintracht Frankfurt wurde Niko Kovac, der immerhin als Pokalsieger zu seinem neuen Arbeitgeber wechselte, von den Münchnern unter Vertrag genommen, soll die Mannschaft im Sommer neu aufbauen und den Verein in eine erfolgreiche Zukunft führen.


So vielversprechend der Anfang mit sieben Siegen in sieben Spielen verlief, so schwach wurden die Auftritte und Endresultate im Herbst. Kovac stand nach dem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf vor dem Aus, konnte das Ruder jedoch herumreißen und den neun Punkte großen Rückstand auf Borussia Dortmund mit 14 Siegen aus den letzten 16 Bundesligaspielen pulverisieren.

Niko Kovac

     Trotz sportlicher Erfolge wird Niko Kovacs Arbeit beim FC Bayern kritisch beäugt


Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt - auch in München nicht. Immer wieder hadert Kovac mit der schwachen Umsetzung seiner Spielidee, wurde zudem für das Aus im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool verantwortlich gemacht, weil seine Mannschaft sich kaum traute, in der Offensive mitzuwirken und stattdessen einen Fußball spielte, den man so lange nicht mehr in der Allianz Arena gesehen hat. 


​Auch die Spieler selbst rätseln immer wieder darüber, wieso das, was der Trainer vorgibt, auf dem Platz - wie beim 1:1 gegen den SC Freiburg - nicht stattfindet. Doch wie schnelllebig die Fußballwelt ist, zeigte der gestrige Auftritt gegen Borussia Dortmund: Von Anfang an waren die Münchner hellwach, die Vorgaben des Trainers, offensiv zu verteidigen, Fehler von Dan-Axel Zagadou zu provozieren und mit der nötigen Griffigkeit und Aggressivität in die Zweikämpfe zu gehen, wurden im ersten Durchgang am Rande der Perfektion umgesetzt. 

"Wenn du gewinnst, hast du nichts richtig gemacht. Wenn du verlierst, hast du alles falsch gemacht. Das ist bei uns Trainern so", haderte Kovac laut Sport1 nach der Partie aufgrund der Kritik in dieser Saison. Ob dies so sein müsse, wollte er in Frage stellen, doch von Karl-Heinz Rummenigge erfolgte eine prompte Antwort: "Wer mit dem Druck nicht umgehen kann, ist im falschen Klub."


Angesprochen darauf, ob Kovac auch im Falle der verpassten Meisterschaft weiterhin auf der Trainerbank sitzen werde, antwortete Rummenigge am Sonntag bei Wontorra - der Fußball-Talk (Sky): "Es gibt beim FC Bayern keine Jobgarantie. Wir haben hohe Ansprüche, und jeder muss sich beweisen und abliefern." Ohnehin glaubt der Vorstandsvorsitzende nicht daran, dass der FC Bayern keinen Titel gewinnen wird: "Wir werden Meister", kündigte der 63-Jährige an.