Robert Lewandowski,Marwin Hitz,Manuel Akanji

FC Bayern - BVB | Die voraussichtlichen Aufstellungen im Head-to-Head-Vergleich

An diesem Wochenende steigt in der Allianz Arena das Topspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Beide Mannschaften liefern sich ein enges Rennen an der Tabellenspitze, jedoch genießt der BVB aufgrund des Unentschiedens der Bayern beim SC Freiburg vergangenen Samstag einen Vorsprung von zwei Punkten.


Sowohl individuell als auch im kollektiv besitzen beide Mannschaften große Qualitäten, die Unterschiede sind in dieser Spielzeit teils hauchdünn. Im folgenden Direktvergleich soll sich daher herausstellen, welcher der beiden Kontrahenten auf welcher Position besser besetzt ist.

1. Tor: Manuel Neuer vs. Roman Bürki

Sowohl gegen den SC Freiburg in der Bundesliga als auch im DFB-Pokal gegen den FC Heidenheim mussten die Münchner auf Manuel Neuer verzichten. Gegen den BVB soll der 32-Jährige wieder zurückkehren, was aufgrund seiner jüngsten Leistung im EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande durchaus als wichtiger Faktor gewertet werden kann. Beim 3:2-Erfolg der DFB-Elf bewies Neuer erstmals seit langer Zeit wieder seine alte Stärke, doch diese Form wird er aufrechterhalten müssen.


Roman Bürki hat in dieser Spielzeit einige Schritte nach vorn gemacht. Der Schweizer ist mittlerweile ein großer Rückhalt im Dortmunder Tor, beeindruckt mit teils herausragenden Paraden und spielte bislang konstanter als Neuer, der besonders in der Herbst-Krise der Münchner kaum einen der wenigen Bälle, die auf sein Tor kamen, halten konnte.


Unentschieden - 1:1

2. RV: Joshua Kimmich vs. Marius Wolf

Auf der rechten Abwehrseite ist Joshua Kimmich unersetzbar. Gerade im Vorwärtsgang bringt der 24-Jährige immer wieder seine Qualitäten ins Spiel, steht nach 27 Einsätzen bei elf Torvorlagen und weiß auch im Spiel gegen den Ball - wofür er einige Male kritisiert wurde - zu überzeugen. Wie schmerzlich sein Ausfall ist, machte das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool deutlich.


Sollte Lukasz Piszczek nicht in den Kader zurückkehren, wird Marius Wolf aller Voraussicht nach erneut als Rechtsverteidiger beginnen. Der Ex-Frankfurter konnte beim BVB noch nicht überzeugen und muss sich auf seiner angedachten Position auf dem rechten Flügel hinter Jadon Sancho und Christian Pulisic einreihen. Seine bisherigen Leistungen in der Defensive waren solide, allerdings nicht herausragend.


Vorteil Bayern - 2:1

3. IV: Niklas Süle vs. Manuel Akanji

Niklas Süle wurde vor der Saison als neuer Abwehrchef der Münchner auserkoren - und das nicht ohne Grund. Der 23-Jährige machte seit seiner Verpflichtung von 1899 Hoffenheim vor knapp zwei Jahren große Sprünge, ist mit einer Körpergröße von 1,95 Meter der größte und trotz seiner robusten Natur gleichzeitig der schnellste Innenverteidiger. Sein Stammplatz ist gesichert, weshalb er sich sowohl gegen Jerome Boateng als auch gegen Mats Hummels durchgesetzt hat.


Eigentlich nahm man vor der Saison an, dass Abdou Diallo der neue Abwehrchef in Schwarz-Gelb wird - doch mittlerweile ist es Manuel Akanji. Der Schweizer strahlt die nötige Souveränität aus, ist zweikampfstark und zudem entscheidend für den Spielaufbau. 


Unentschieden - 3:2

4. IV: Mats Hummels vs. Dan-Axel Zagadou

Mats Hummels spielt nicht gerade seine beste Saison, doch in den entscheidenden Spielen erhielt er von Trainer Niko Kovac den Vorzug vor Jerome Boateng. Speziell im Champions-League-Duell gegen den FC Liverpool bewies Hummels, dass er mit der nötigen Konzentration und Anspannung wieder an seine besten Leistungen anknüpfen kann. Wenn er einen guten Tag erwischt, macht er es der gegnerischen Offensive aufgrund seiner Spielintelligenz schwer, zudem spielt er immer wieder wichtige Bälle für den Spielaufbau.


Dan-Axel Zagadou hingegen benötigt, trotz seiner riesigen Schritte in dieser Saison, Zeit. Der Franzose weiß an der Seite von Manuel Akanji größtenteils zu überzeugen, doch immer wieder schleichen sich entscheidende Fehler in sein Spiel ein, die der Mannschaft bereits den ein oder anderen Punkt gekostet haben.


Vorteil Bayern - 4:2 

5. LV: David Alaba vs. Raphael Guerreiro

Vor seiner Verletzung war bei David Alaba eine deutliche Leistungssteigerung zu spüren. Der Österreicher wirkte defensiv stabiler, war zudem offensiv wieder gefährlicher und erhielt zurecht positive Kritik für seine Einsätze.


In Dortmund ist die Lage aufgrund der Verletzungssorgen knifflig. Womöglich entscheidet sich Favre für Raphael Guerreiro, der bereits gegen den VfL Wolfsburg als Linksverteidiger aushalf. Der Portugiese spielt eigentlich in einer offensiveren Rolle, ist es jedoch in der Nationalmannschaft gewohnt, in der Abwehr aufzulaufen. Gegen Serge Gnabry wird er die nötige Balance finden müssen, um keine großen Lücken entstehen zu lassen.


Vorteil Bayern - 5:2

6. ZDM: Thiago vs. Axel Witsel

Thiago ist bekannt für seine Künste am Ball, aber auch für seine herausragende Übersicht, mit der er das Passspiel des FC Bayern immer wieder ankurbelt und die Offensive vorantreibt. Doch immer wieder wirkt der Spanier in großen Spielen blass, weshalb die Kritik an seiner Person nie so recht verschwand.


Axel Witsel ist für den BVB unentbehrlich. Der Belgier ist der entscheidende Mann im zentralen Mittelfeld. Er gibt den Takt vor, waltet das Spiel von seiner Position aus und besitzt eine herausragende Souveränität und Ruhe.


Vorteil BVB - 5:3

7. ZDM: Javi Martinez vs. Thomas Delaney

In der Hinrunde durchlebte Javi Martinez ein Formtief, doch in den vergangenen Wochen stellte der Baske unter Beweis, wieso er auch in der kommenden Saison für die Bayern auflaufen soll. Trotz seines mangelnden Tempos ist er als letzer Mann vor der Abwehrreihe für die Entschärfung von gegnerischen Umschaltsituationen von enormer Bedeutung, auch bei hohen Bällen ist er kaum zu schlagen.


Thomas Delaney ist ein unermüdlicher Arbeiter. Der Däne spult Kilometer um Kilometer ab, geht aggressiv in die Zweikämpfe und schaltet sich immer wieder in Offensivaktionen ein. Gemeinsam mit Witsel ist er im defensiven Mittelfeld gesetzt, der Transfer war bislang ein voller Erfolg.


Unentschieden - 6:4

8. LF: Kingsley Coman vs. Jacob Bruun Larsen

Auf der linken Außenbahn ist Kingsley Coman unverzichtbar. Der Franzose, der in der vergangenen Länderspielpause erstmals wieder von Nationaltrainer Didier Deschamps berufen wurde, kreiert mit seinen Fähigkeiten im Dribbling immer wieder Räume für seine Mitspieler, setzt sich bei eigenen Angriffen immer wieder in Szene und ist auch aufgrund seines hohen Tempos ein wichtiger Bestandteil des Münchner Angriffs.


Jacob Bruun Larsen konnte vor allem in der Hinrunde überzeugen, doch im neuen Jahr musste sich der Däne hinter Raphael Guerreiro einreihen. Bruun Larsen ist robust und technisch veranlagt, wird jedoch noch einige Schritte in seiner Entwicklung machen müssen.


Vorteil Bayern - 7:4

9. ZOM: Leon Goretzka vs. Marco Reus

Dass Leon Goretzka auch im offensiven Mittelfeld eine Waffe sein kann, stellte der Nationalspieler zu Beginn der Rückrunde unter Beweis. Hinter Robert Lewandowski schleicht er sich immer wieder durch die gegnerischen Abwehrreihen und stellte unter anderem mit einem Doppelpack gegen 1899 Hoffenheim seinen Torriecher unter Beweis.


Marco Reus ist in dieser Spielzeit jedoch in der besten Form seit langer Zeit. Unter Lucien Favre blüht er wie einst bei Borussia Mönchengladbach auf, sein Ausfall wog immer wieder schwer. In 31 Einsätzen war er bislang an 29 Toren direkt beteiligt und erzielte beim 3:2-Sieg im Hinspiel einen Doppelpack.


Vorteil BVB - 7:5

10. RF: Serge Gnabry vs. Jadon Sancho

Nach dem Übergangsjahr bei 1899 Hoffenheim durfte sich Serge Gnabry im Sommer beim FC Bayern beweisen und weiß bis zuletzt zu überzeugen. Auf dem rechten Flügel sorgt der 23-Jährige regelmäßig für Gefahr, steht nach 23 Bundesligaspielen bei sieben Toren und ist oftmals einer der wichtigsten Faktoren im Angriffsspiel. Jedoch fehlt Gnabry immer wieder verletzungsbedingt, weshalb Kovac behutsam mit ihm umgehen muss.


Bei Borussia Dortmund ist Jadon Sancho der Überflieger dieser Saison. Der Engländer schaffte in seinem zweiten Jahr in der Bundesliga den Durchbruch, spielte seine Gegner oftmals schwindelig und lieferte neben acht eigenen Treffern bereits herausragende 16 Torvorlagen. Klar ist: Will der BVB bestehen, braucht es auch einen Sancho in dieser Form.


Vorteil BVB - 7:6

11. ST: Robert Lewandowski vs. Paco Alcácer

Nach 283 Bundesligaspielen steht Robert Lewandowski bei 199 Toren, am Wochenende winkt Treffer Nummer 200. In dieser Saison ist er zwar immer noch der wichtigste Torjäger der Bayern, allerdings bindet er sich mittlerweile mehr in das Mannschaftsspiel ein und steuerte daher auch zehn Torvorlagen bei.


Paco Alcácer ist, wenn er fit ist, stets eine Waffe - auch wenn er das Tor zuletzt nicht mehr so häufig traf wie noch in der Hinrunde. Der Spanier ist jedoch verletzungsanfällig, droht nun aufgrund einer Armverletzung auszufallen. In seinen letzten drei Einsätzen erzielte er vier Tore, besonders sein hohes Tempo könnte am Samstag entscheidend sein.


Vorteil Bayern - 8:6