​Eintracht Frankfurts Stürmer ​Luka Jovic wird von halb Europa umworben. Der junge Stürmer spult seine Leistungen dennoch anscheinend unbeeindruckt ab. 


Eine Aufgabe: Zählt mal europäische Spitzenmannschaften auf, die Gerüchten zufolge nicht mit Luka Jovic in Verbindung stehen. Ihr werdet schnell an Grenzen stoßen. Vor allem der ​FC Barcelona und der ​FC Bayern München sollen fleißig am Eintracht-Stürmer baggern. Manchester City, Manchester United, der FC Arsenal und der FC Chelsea, also im Grunde Englands Elite, hat ebenfalls ein Auge auf den 21-jährigen Serben geworfen. 


Die größte spanische Sporttageszeitung Marca berichtet sogar, dass sich ​Reals Generaldirektor Jose Angel Sanchez in Madrid mit Jovics Berater Fali Ramadani getroffen hat. Die Scheichs von Paris St. Germain sind natürlich auch auf den Plan gerufen. 


Auf Champions-League-Kurs


Abseits der wilden Gerüchteküche und der täglich hineinflatternden Medienberichte spielt Luka Jovic weiterhin eine grandiose Saison. Auf dem Platz ruft er konstant seine Leistung ab, der Trubel scheint ihn offensichtlich nicht zu beeinträchtigen. Jovic ist der Überflieger der fast maximal über den Erwartungen spielenden Mannschaft. Es zeugt von seinem Selbstbewusstsein, sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen. 


Am vergangenen Wochenende katapultierten sich die Hessen durch einen 3:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart auf Champions-League-Rang vier. Dabei schoss Jovic sein 16. Bundesligator, in allen 37 Pflichtspielen hat er insgesamt 23 Mal geknipst. Sollte Frankfurt das Wunder möglich machen und sich für die Königsklasse qualifizieren, wäre ein Jovic-Verbleib wieder wahrscheinlicher. 

Luka Jovic,Samir Handanovic

Die Champions League ist ein Wettbewerb, den Luka Jovic eigentlich nur aus dem Fernsehen oder von der Seitenlinie kennt. Im Champions-League-Viertelfinale 2016 gegen den FC Bayern spielte er für seinen Ex-Verein Benfica immerhin mal in den letzten zwei Minuten. Auch wenn die Eintracht Platz vier aus der Hand geben sollte, ist das Erreichen der Champions League noch über den Gewinn der Europa League möglich. 


Am kommenden Donnerstag trifft Frankfurt im Viertelfinale ausgerechnet auf Benfica. Nachdem sie Olympique Marseille, Lazio Rom und Inter Mailand bezwungen hat, ist für diese leidenschaftlich und aufopferungsvolle kämpfende Mannschaft ohnehin alles möglich. 


Luka Jovic ist die Speerspitze dieses Teams. Die Lobeshymnen über das 1,81 Meter große Kraftpaket überschlagen sich schon seit längerem, sind aber nur selten überzogen. "Wenn Luka Jovic den Ball hat, passiert zu 99 Prozent etwas Exzellentes", stellte Teamkollege Martin Hinteregger fest. 


Zu einem ähnlichen Schluss kommt Mladen Krstajic, Jovics Chef in der Nationalmannschaft: "Er ist ein klassischer Torjäger, mit sehr guter Ballbehandlung und großem Spielverständnis. Er ist mutig und zu jedem Zeitpunkt gefährlich, weil er immer auf seine Chance lauert – und schon die kleinste Unachtsamkeit seiner Gegenspieler ausnutzt", sagte Krstajic dem Internetportal T-Online. 


In Frankfurt gereift


Die Worte der Anerkennung tun ihm sicherlich gut. Jovic, so hört man, ist jedoch nach wie vor ein bescheidener junger Mann und droht nicht abzuheben. Er fühlt sich in Frankfurt wohl, gerade mit seiner "Balkan-Gang", den Kumpels Filip Kostic, Ante Rebic und Mijat Gacinovic. So fügsam wie aktuell war Jovic allerdings nicht immer. 


Bei Benfica hatte der Hochbegabte zweitweise in der zweiten Mannschaft gespielt. Die erste Mannschaft hatte ihn wegen mangelndem Einsatz aussortiert. "Es war meine Schuld. Ich bin in Frankfurt in einem Monat mehr gelaufen als in Lissabon in einem Jahr", blickte Jovic auf seine Zeit in Portugal zurück. 


Die Lissaboner mussten nicht viel grübeln, als sie Jovic im Sommer 2017 auf Leihbasis an die Eintracht abgaben. Dass Jovic vor allem in seinem zweiten Jahr so einschlagen würde, war aber weder von Frankfurt noch von Benfica erwartet worden. Groß sind Benficas Chancen allerdings nicht, dass der Stürmer noch einmal für sie spielt. 


Bis zum 30. Juni 2019 ist Jovic ausgeliehen. Dann könnte die Eintracht ihn per Kaufoption fest verpflichten. In den Medien kursiert die vermeintliche Summe von sieben Millionen Euro. Wie Manager Fredi Bobic bereits Anfang März bei Sky90 verriet, sind solche Angaben nur die halbe Wahrheit: "Es ist weniger als sieben Millionen Euro. Das ist ein guter Deal gewesen."


Auch nach dem Ziehen der Kaufoption kann Jovic allerdings von einem anderen Verein abgeworben werden. Die Interessenten stehen wie erwähnt Schlange wie japanische Touristen vor dem Petersdom. Im Raum steht offenbar eine Ablösesumme von 60 bis 80 Millionen Euro. Wer sich diese Zahlen vor Augen führt, kann abschätzen, wie abgedreht der Markt, aber auch wie gut Luka Jovic ist.