Der FC Schalke 04 konnte seinen Aufwärtstrend, nach dem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 am vergangenen Wochenende, nicht bestätigen. Die Königsblauen mussten gegen abgezocktere Bremer eine 0:2-Niederlage hinnehmen und verpassten so den Einzug in die Vorschlussrunde des DFB-Pokals. Die Werderaner haben im Gegensatz zu den Gelsenkirchenern die Chance, sich sowohl über die Liga, als auch über den Pokal für die Europa League zu qualifizieren. Nun träumt man in der Hansestadt vom Nord-Derby.

"Es gibt auf unserem bisherigen Weg durch den Pokal-Wettbewerb viele Parallelen zu unserem letzten Pokalerfolg 2009: Nur Auswärtsspiele mit richtig schweren Gegnern gehabt, in Dortmund im Achtelfinale – und ein Halbfinale in Hamburg würde auch passen", analysiert Bremens Geschäftsführer Frank Baumann nach der Partie. Und auch die Werder-Anhänger skandierten im Anschluss an das Spiel: "Über Hamburg fahr'n wir nach Berlin." Mit breiter Brust und einer Menge Selbstbewusstsein präsentiert man sich in Bremen nach dem Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinals gegen den S04. Dabei war dieser Sieg keine Selbstverständlichkeit.


Direkt in Minute eins kam es zur ersten brenzligen Szene, als der Schalke-Stürmer Breel Embolo im Strafraum der Hanseaten zu Fall gebracht wurde. Doch Keeper Pavlenka hatte noch die Fingerspitzen am Ball, weshalb sich Schiedsrichter Deniz Aytekin gegen einen Elfmeter entschied. Danach tasteten die beiden Teams sich bis kurz vor der Halbzeit ab. In der 42. Minute war es dann Johannes Eggestein, der aus kurzer Distanz knapp das Tor verfehlte und kurz darauf konnte sein Bruder Maximilian die Kugel ebenfalls nicht im Kasten der Schalker unterbringen. So ging es mit einem 0:0 in die Pause. "Auf beiden Seiten gab es nicht viele Torchancen. Wir haben es eigentlich gut gemacht, die erste Halbzeit war ausgeglichen, in der zweiten Halbzeit sind wir gut rausgekommen, haben gut Druck gemacht", schätzte S04-Keeper Alexander Nübel das Spiel im Nachhinein ein.



Schon in Halbzeit eins konnte man beobachten, dass der Sieg gegen Hannover den Schalkern deutlich mehr Selbstvertrauen gegeben hatte. In Halbzeit zwei kamen die Königsblauen wesentlich aggressiver als die Bremer aus der Kabine und kreierten gute Torchancen. In der 47. Minute trieb Boujellab das Leder, nach einem Bremer Ballerverlust, nach vorne und zog von der Strafraumkante ab, jedoch knapp über das Gehäuse. Drei Minuten später kam Guido Burgstaller nach einer Ecke zum Kopfall, den er nur ans Aluminium setzen konnte. In Minute 60 folgte der nächste Aufreger im Strafraum der Gäste. Nuri Sahin kam beim Versuch Burgstaller zu verteidigen zu Fall, der Schalker nahm das Angebot dankend an und ging ebenfalls zu Boden. Trotz lautstarker Proteste, gab der Referee auch hier zurecht keinen Strafstoß.


"Das ist ärgerlich. Wir haben ein ordentliches Spiel gespielt, aber Fehler gemacht. Davon profitieren gute Mannschaften, und Bremen ist eine gute Mannschaft. Wir haben die Probleme, und wir müssen damit leben", kommentierte S04-Coach Steevens diesen Abschnitt des Spiels. Denn in die Drangphase der Gelsenkirchener setzte es das 1:0 für die Bremer. Nachdem Friedl den kontereinleitenden Ball von Oczipka abfing, leitete er diesen auf Rashica weiter, der mit einem wunderbaren Schuss von der rechten Stafraumkante ins lange Eck den Führungstreffer erzielte. 


"Heute war das eine oder andere nicht so toll bei uns. Aber das will ich nicht kritisieren, denn es war ein ganz schweres Spiel. Man hat gemerkt, dass es um einiges ging, wir haben uns nicht so richtig getraut, uns von hinten zu lösen. Aber wir mussten auch nicht zaubern, wir mussten gewinnen. Am Ende war es auch ein verdienter Sieg. Das 1:0 war der Dosenöffner. Was Milot da macht – das kann man so machen", kommentierte SVW-Trainer Kohlfeldt den Treffer Rashicas.


Sieben Minuten später kam es zur Vorentscheidung. Augustinssons Flanke fand Davy Klaasen, der per Direktabnahme den Ball mit dem Außenrist in die Maschen setzte. „Eigentlich der perfekte Schuss, oder? Es geht nicht besser. Ein guter Angriff, eine gute Flanke, und der Touch war auch gut. Ein schönes und befreiendes Tor", feierte der Torschütze seinen Treffer nach der Partie.


Dieses 2:0 spielten die Bremer souverän über die Zeit. Einziger Wermutstropfen: Nuri Sahin sah durch ein gefährliches Spiel in der 90. Minute die Gelb-Rote-Karte, weshalb er im Halbfinale nicht mit von der Partie sein wird.


Pressestimmen

"Zwei Kunstschüsse führen Bremen ins Halbfinale" - FAZ


"Bittere Pleite! Schalke fliegt aus DFB-Pokal" - DerWesten"


"Werder Bremen zaubert sich gegen Schalke ins Halbfinale" -Bild