Vor dem  Bundesverwaltungsgericht ging es am vergangenen Freitag darum, ob die Kosten für Polizeieinsätze bei als "Hochrisiko-Spiele" eingestuften ​Bundesligapartien auf die Deutsche Fußball Liga (und somit auf die Vereine selbst) abgewälzt werden können. Prinzipiell ja, so der Vorsitzende Richter des BVG, aber vorbehaltlich der weiteren Prüfung des Gebührenbescheides, um den es im konkreten Fall (DFL vs Bundesland Bremen) ging. Vorerst wurde der Fall an das Oberverwaltungsgericht Bremen zurückverwiesen.


Doch im Grunde genommen ist die Kernfrage damit geklärt: grundsätzlich dürfen Gebühren für den Einsatz von Polizeikräften den Vereinen in Rechnung gestellt werden. Dagegen hatte die DFL um ihren Präsidenten Rainhard Rauball geklagt - und jetzt in der Sache an sich eine Niederlage kassiert. "Es ist eine Entscheidung, die sicherlich anders ausgefallen ist, als wir uns gedacht haben", so Rauball. Dagegen jubilierte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer: "Ich glaube, das Bundesverwaltungsgericht hat mit der heutigen Entscheidung Rechtsgeschichte geschrieben. Es ging um eine Grundsatzfrage, die lautete: ist es zulässig, dass die Kosten der Polizeieinsätze teilweise der DFL in Rechnung gestellt werden. Und die Antwort heute war eindeutig: Ja, es ist zulässig."


In der Praxis bedeutet das erstmal einen finanziellen Mehraufwand für die Vereine. Je nach Klub kann man davon ausgehen, dass es in jeder Saison zu zwei, drei oder vier Hochrisiko-Spielen kommt. Bei Kosten (wie in dem verhandelten Fall) von etwa 400.000 Euro pro Spiel kann man also von einer Mehrbelastung in Millionenhöhe ausgehen. Entsprechend fatalistisch gab sich nach der Verkündung der Entscheidung des BVG ​Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald: "Man muss sehen, ob wir vielleicht mit Max Kruse nicht verlängern, damit wir diese Kosten bezahlen können." Nun gehört Klappern bekanntlich zum Handwerk. Will heißen: das letzte Wort darüber, wer denn am Ende die Kosten tragen soll (warum nicht innerhalb der DFL einen Pool für "Hoch-Risiko-Spiele" ins Leben rufen und gut ist?) ist wohl noch nicht gesprochen. ​