Wer, wenn nicht er: Wieder einmal war Max Kruse der Matchwinner für ​Werder Bremen, erneut war der Kapitän beim 3:1-Heimsieg über Mainz 05 an allen drei Treffern beteiligt. Die Verantwortlichen an der Weser müssen sich daher zwangsläufig die Frage stellen, ob Kruse, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, mit solchen Leistungen zu halten ist. Während Trainer Florian Kohfeldt optimistisch bleibt, hegt Angreifer Martin Harnik nur wenig Hoffnung.


Wie schon beim 3:1-Sieg über Bayer Leverkusen vor der Länderspielpause war Kruse mit zwei Toren und einem Assist der mit Abstand stärkste Bremer auf dem Feld. Nach dem 27. Spieltag steht der 31-Jährige bei 19 Torbeteiligungen, allein in den letzten fünf Spielen war er an zehn Treffern beteiligt und bestätigt seine herausragende Form im neuen Jahr. 


Für Martin Harnik, der Kruse bestens kennt, sind die jüngsten Leistungen alles andere als Zufall: "Der ist immer für eine Überraschung gut. Wenn es auf die Zielgerade geht, dann kommt er in absolute Topform", wird der Stürmer bei ​buten un binnen zitiert. Doch damit macht sich Kruse nur noch interessanter für internationale Top-Klubs wie ​Inter Mailand oder Tottenham Hotspur, die sich intensiv mit dem Ex-Nationalspieler auseinandersetzen sollen. 


Kohfeldt glaubt an eine Chance


"Natürlich ist es brutal schwer, ihn in der derzeitigen Form zu halten", weiß Harnik, der mit dem "ein oder anderen attraktive Angebot" für seinen Kumpel rechnet. Florian Kohfeldt lässt sich von solchen Spekulationen allerdings nicht aus der Ruhe bringen und glaubt daran, dass sein Schlüsselspieler auch in der kommenden Saison in Grün-Weiß auflaufen wird: "Er weiß, was er an uns hat und unbescheiden würde ich sagen: Er weiß auch, was er an mir hat. Ich bin optimistisch."

Florian Kohfeldt

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Kruse erlebe aufgrund seiner Stellung innerhalb der Mannschaft "etwas Besonderes", führe die Mannschaft "auf beeindruckende Weise" und sei ohnehin "ein super Spieler, ein super Typ. [...] Wenn Barcelona anruft, dann gratuliere ich Max und wünsche ihm viel Glück in Spanien. Wenn es aber nicht Barcelona ist, dann haben wir sehr, sehr viele Argumente, dass Max bei uns bleibt."


Kruse noch ohne Tendenz


Der Kapitän selbst betonte nach der Partie, dass er - anders als ​Maximilian Eggestein - noch keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen habe: "Die Entscheidung ist weder für noch gegen Werder gefallen. [...] Bei mir gibt es noch keine Tendenz", erklärte er laut ​Deichstube. Allerdings macht Kruse zeitgleich Einschränkungen: Er wolle international spielen - auch mit Werder. Die Qualifikation für die Europa League wäre "ein weiterer Pluspunkt" für den Verein, bei dem er sich "sehr wohl" fühle. 

Max Kruse

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Doch "natürlich" gebe es auch "Sachen, die ich mir anhören würde. Das muss man ehrlich sagen. Wenn es so wäre und etwas kommt, müsste ich mich damit beschäftigen." Im Umkehrschluss bedeutet das für die Bremer: Solange kein Interessent aus der Champions League anklopft und man den Europapokal erreicht, stehen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung gut. 


Aktuell rangiert der SVW auf dem sechsten Rang, allerdings nur aufgrund der besseren Tordifferenz: Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg haben genau wie Werder 42 Zähler auf dem Konto, 1899 Hoffenheim lauert mit 41 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Der Saison-Endspurt verspricht daher doppelt Spannung, da das finale Ergebnis auch für die Kaderplanung wichtig ist - schließlich ist Max Kruse der Spieler, um den Kohfeldt sein System gebaut hat.