Didier Deschamps spricht nach seinem Triumph mit der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland von den Problemen, die solche Erfolge mit sich bringen. Er findet auch lobende Worte für DFB-Coach Joachim Löw.


Dass der aktuelle Weltmeister beim darauffolgenden Turnier oft früh ausscheidet, liegt seit einigen Jahre im Trend. Italien als Weltmeister bei der WM 2010, Spanien als Titelverteidiger 2014 und im vergangenen Jahr setzte die deutsche Nationalmannschaft die traurige Tradition fort. Als klarer Favorit der Gruppe mit Südkorea, Schweden und Mexiko schied das deutsche Team als Gruppenletzter aus dem Turnier aus. Auch ​Frankreich ereilte dieses Schicksal nach dem Turniersieg 1998. Bei der WM 2002, in einer Gruppe mit Senegal, Dänemark und Uruguay, schied die 'Equipe Tricolore' ohne ein eigenes Tor sang- und klanglos aus dem Wettbewerb aus.


Frankreichs Coach Didier Deschamps merkt, dass er trotz des WM-Titels nicht unangreifbar ist. "Immunität existiert im Profifußball nicht. Der WM-Sieg von 2018 ist wunderbar für mich und die Spieler, aber die Erwartungen an mich sind sehr hoch, und ich werde daran gemessen", erzählt der 50-Jährige der FAZ.


Deschamps zieht Vergleich zu Löw


Schon bei Löw hat er ähnliche Schwierigkeiten beobachten können. "Er hat das Dach der Welt im Fußball erreicht, er hat sich das selbst aufgebaut. Es ist sehr schwer, dieses Niveau zu erreichen, und sehr schwer, auf diesem Niveau zu bleiben", analysiert der Weltmeister die Zeit von Löw nach der WM 2014, doch er kann dem DFB-Team, trotz des verkorksten Turniers in Russland, viele positive Dinge entnehmen: "Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kontinuität auf einem hohen Level funktioniert. Joachim Löw hat die Mannschaft zum Weltmeistertitel 2014 geführt. In letzter Zeit war es für ihn zwar schwierig, wie bei der letzten Weltmeisterschaft. Er ist jemand, der viel bewiesen hat und ich bin froh, dass er an der Spitze des deutschen Teams bleibt."


Er selbst hat nicht das Gefühl, satt zu sein. Bis zur nächsten Weltmeisterschaft 2022 in Katar würde auf jeden Fall noch gerne im Amt bleiben. "Auch wenn ich an der Spitze bin, habe ich immer die gleiche Leidenschaft, die gleiche Lust. Und ich bin überzeugt, dass wir noch viele schöne Dinge mit dieser Gruppe schaffen können", gibt sich der Coach vorfreudig auf die nächsten Jahre. Denn das Team, das bereits jetzt die höchste aller Trophäen gewinnen konnte, ist noch sehr jung und kann an vielen Stellen noch verbessert werden. Es stehen große Zeiten für das französische Team an und Deschamps wäre gerne ein Teil davon.