Am 8. April bestreitet der ​HSV sein nächstes Heimspiel. Wieder mal ein Montagabendspiel, wieder mal ein Gegner, der - mit Verlaub - nicht unbedingt zu den attraktivsten ​der Liga gehört. Und all das nachdem man es im letzten Heimspiel gegen die Lilien aus Darmstadt geschafft hat, trotz optimaler Voraussetzungen (Konkurrenz hatte Federn gelassen, man selber führte nach einer Viertelstunde kommod mit 2:0) seine Fans abermals aufs Bitterste zu enttäuschen. Dennoch sind elf Tage vor dem Spiel gegen den SC Magdeburg bereits 41.000 Karten verkauft!


Man fragt sich, selber ein Dauerkartenbesitzer, manchmal schon: sind die bekloppt, die HSV-Fans, oder einfach nur schmerzfrei? Oder beides? Egal. Sie kommen. In Scharen. Der Schnitt liegt bislang bei 48.233 Zuschauern. Schon das letzte Heimspiel gegen Darmstadt 98 war überraschend gut besucht (54.668), was wohl auch zu einem guten Teil dem Derby-Sieg eine Woche zuvor geschuldet war.


Doch mit der Logik allein kommt man bei den HSV-Fans nicht weit. Denn nach dem katastrophalen Auftritt gegen die Hessen in der zweiten Halbzeit hätte man fast darauf wetten können, dass es in den folgenden Heimspielen wieder erheblich leerer werden würde. Doch die Tendenz geht auch gegen Magdeburg wieder in den Bereich der 50.000 oder mehr. Sollte das Auswärtsspiel am 30. März beim VfL Bochum siegreich gestaltet werden, kann man von einem weitern Run auf die SCM-Karten ausgehen. Auch für das Spiel am allerletzten Spieltag (gegen den MSV Duisburg) waren schon vor Wochen mehr als 45.000 Karten verkauft (trotz Top-Zuschlag!).


Die Fans rennen ihrem HSV also weiterhin die Bude ein. Was angesichts der häufig sehr dürftigen Auftritte im Volkspark mehr als bemerkenswert ist. In Köln können sich die dortigen Fans ja wenigstens immer auf Tore freuen. In bisher 13 Heimspielen trafen die Domstädter satte 40 (!) mal. Im Vergleich dazu der HSV (ebenfalls in 13 Spielen): 16 mickrige Törchen. Von den ersten zehn Mannschaften in der Tabelle hat nur der Jahn Regensburg weniger Treffer erzielt (13).


Vielleicht sollte man auch einfach aufhören, nach dem Wieso und Weshalb zu fragen und sich einfach nur freuen. Darüber, dass dieser Verein immer noch solch eine treue Fangemeinde hat. In guten wie in schlechten Zeiten. ​