Der ​HSV, trotz der Weltuntergangsstimmung bei dem einen oder anderen "Schwarz-weiß-blauen" nach der desaströsen zweiten Halbzeit beim letzten Heimspiel gegen Darmstadt 98 (2:3), ist aktuell Tabellenzweiter in ​Liga Zwei und damit weiter auf Kurs ​Bundesliga. Für den Fall des Aufstiegs ins Oberhaus kalkuliert der Verein mit einem Etat von 40 Millionen Euro.


Trainer Hannes Wolf (37) sagte erst kürzlich: "Acht Spieltage vor Schluss auf Rang Zwei, mit drei Punkten Vorsprung - das hätte ich zu Beginn der Saison sofort unterschrieben." Jo. Kann man so sehen. Psychologisch nachvollziehbar (und geschickt) vermied der Trainer zu erwähnen, dass es mit etwas mehr Cleverness seiner Mannschaft, vor allem in der bislang doch eher mauen Rückrunde, durchaus auch schon sechs, sieben oder mehr Punkte Differenz zum Tabellendritten sein könnten. Aber gut: den Fußball im Konjunktiv zu verfolgen, hat selten etwas gebracht.


Abgesehen von der rein sportlichen Aktualität basteln die Macher um Vorstandsboss Bernd Hoffmann schon eifrig am Projekt "Bundesligasaison 2019/20". Dafür wurde letzte Woche der entsprechende Lizenzantrag eingereicht. Und: die Sport Bild will sogar schon erfahren haben, dass die DFL dem Verein bereits positive Signale in puncto Lizenzvergabe gegeben habe. Sieht also schon mal ganz gut aus.


Entscheidung bei Lasogga im April angedacht


Wenn da nicht diese unsäglichen Altlasten in Form exorbitanter Spielergehälter wären. Drei Namen fallen da immer wieder: Bobby Wood (26),  Pierre-Michel Lasogga (27) und Kyriakos Papadopoulos (27). Zu den konkreten Zahlen: der US-Amerikaner streicht ab kommender Spielzeit satte 3,5 Millionen per annum ein. Und sein Vertrag läuft noch bis 2021!  Ein Jahr vorher endet der Kontrakt zwischen dem HSV und "Papa", der sagenhafte 4,0 Millionen pro Jahr verdient. Last but not least: "PLM". Sein Arbeitspapier gilt nur noch bis diesen Sommer. Klar, dass die Verantwortlichen erstmal mit dem bislang torgefährlichsten Spieler des Kaders (13 Treffer) verhandeln. Die Fronten sind (relativ) klar abgesteckt: ab nächster Saison soll beim HSV der "salary cap", also die Deckelung der Gehälter auf maximal zwei Millionen Euro, eingeführt werden. Die von Klubseite angestrebte weitere Zusammenarbeit mit Lasogga kann nur erreicht werden, wenn der Spieler dem Verein entgegenkommt. Oder der HSV für diesen Spieler eine Ausnahme macht. Erste zarte Annäherungen soll es wohl schon gegeben haben, aber bisher nichts unterschriftsreifes. Im April soll in dieser Causa eine Entscheidung fallen.


Die Altlasten bei Wood und "Papa"


In den Fällen von Wood und Papadopoulos wird man die besagte Gehaltsobergrenze nicht einhalten können, es sei denn, beide verzichteten von sich aus auf etwa die Hälfte ihres bisherigen Salärs. Eher unwahrscheinlich. Wenn sie auf die Erfüllung ihrer Verträge pochen (und wer würde das nicht tun?), wird der HSV nicht umhinkommen, diese üppigen Vergütungen weiterhin zu zahlen. Ein Jahr lang für den Griechen, deren zwei für den Hawaiianer. Entsprechend bemüht sich der HSV, seinen Flop-Stürmer noch irgendwie von der "pay roll" zu bekommen. Ein Verkauf, selbst zum Null-Tarif, wäre der Ausweg aus diesem "Horror-Vertrag". Aber auch dafür muss Wood mitspielen. Wenn er sich für zwei Jahre auf die Bank setzen will, um seinen Vertrag auszusitzen, sind dem Klub die Hände gebunden. 


Auf der anderen Seite wäre dieser Sommer die letzte Möglichkeit für den HSV, Papadopoulos zu verkaufen. Doch angesichts seiner Krankenakte (in Verbindung mit dem fürstlichen Gehalt) dürfte sich die Anzahl möglicher Interessenten in Grenzen halten. Das sind also zwei Kröten, die der HSV wohl, ob er will oder nicht, schlucken muss. Somit warten auf Hoffmann & Co. anspruchsvolle, schwierige Wochen und Monate der Verhandlungen. Doch der Vorstandsboss blickt trotzdem positiv in die nähere Zukunft. Gegenüber der Sport Bild sagte er: "Ich denke, dass ich den spannendsten Job im deutschen Fußball-Management habe." Da kann und will ihm keiner widersprechen. Und er führt weiter aus: "Unsere langfristige Vision ist, dass wir den HSV bis 2024 wieder zu einem ernstzunehmenden Verein in der Bundesliga gemacht haben." Mit dem Aufstieg im kommenden Mai wäre ein großer Schritt in diese Richtung getan.