Robin van Persie wird nach dieser Saison ​seine Karriere beenden. In seiner letzten Spielzeit ​als Aktiver erlebt der mittlerweile angegraute Routinier noch einige erste Male, hilft dem Nachwuchs und hat bereits Aussichten für die Zukunft.


Robin van Persie hat in seiner Karriere schon so einige Titel gewonnen: Englischer Meister, Englischer Pokalsieger, UEFA-Cup-Sieger und vieles mehr. Zum Abschluss seiner imposanten Karriere wird der 35-Jährige aber wohl leider titellos bleiben, denn im Halbfinale des niederländischen Pokals scheiterte er mit Feyenoord Rotterdam an Ajax Amsterdam. In der Meisterschaft ist der Rückstand auf die beiden führenden PSV Eindhoven und wiederum Ajax ebenfalls zu groß.


Doch das ist van Persie gar nicht mehr so wichtig. "Ich habe in meiner Karriere viele Titel gewonnen, aber ich habe viel öfter verloren", erklärte er De Telegraaf nach dem enttäuschenden Pokalaus. Genauer gesagt traf er diese Aussage am Wochenende danach, nach einem 4:0-Sieg gegen den FC Emmen in der Eredivisie. Van Persie hatte gleich drei Mal getroffen - sein erster Hattrick in der niederländischen Liga überhaupt. Gleichzeitig überschritt er so die Marke von 200 Ligatoren in seiner Karriere, nach dem Spiel packte der 102-malige Nationalspieler den Spielball ein. 


Generell gibt der Rekordtorschütze der niederländischen Elftal eine beeindruckende Abschiedstournee: 14 Saisontore hat er bereits auf dem Konto, das sind schon jetzt mehr als doppelt so viele wie in der Saison 2003/04, an dessen Ende er zum ​FC Arsenal wechselte. Dabei spielt Van Persie längst nicht mehr nur in der Spitze, häufig kommt er auch im Mittelfeld zum Einsatz und übernimmt die Rolle des Spielgestalters.


Von diesen Qualitäten profitiert zum Beispiel auch Orkan Kökcü, ein Mittelfeldtalent aus der Feyenoord-Jugend. "Ich muss ihn ständig 'scannen' und schnell vorwärts spielen. Weil es viele Spieler gibt, die einen Pass zurück geben, sagt er immer. Ich glaube, er hat recht", erklärte Kökcu im Telegraaf, nachdem er in Arnheim eine Ablage des Routiniers per Direktabnahme zu einem Treffer nutzen konnte. "Es ist wirklich toll, mit ihm zu spielen."


Dass van Persie noch einmal eine solch wichtige Rolle in einem Verein einnehmen könnte, danach sah es vor gar nicht allzu langer Zeit nicht aus. Nachdem seine beeindrucke Zeit in der Premier League zu Ende ging und er sowohl für Arsenal als auch für ​Manchester United Torschützenkönig geworden war, spielte er zweieinhalb Jahre in Istanbul für Fenerbahce. In seinen ersten beiden Jahren legte er gewohnt gute Zahlen auf, doch dann hatte er immer mehr mit Verletzungen zu kämpfen und erlebte einen Seuchenstart in die Saison 2017/18 mit gerade einmal zwei Ligaeinsätzen in der Hinrunde. Ein unschönes Karriereende bahnte sich an, doch der Offensivallrounder hatte noch nicht genug.


Gelungene Rückkehr in die Heimat


Van Persie kehrte im Januar des vergangenen Jahres zu seinem Heimatklub Feyenoord zurück und machte damit alles richtig: Er stand endlich wieder regelmäßig auf dem Fußballplatz und zeigte zudem starke Leistungen, die Saison wurde mit dem niederländischen Pokalsieg gekrönt - es war sein erster nationaler Titel im Heimatland. Es folgte der Sieg im Supercup gegen Meister PSV Eindhoven wenig später.


"Ich sehe es nicht so, dass meine Rückkehr erst gelungen ist, wenn wir den Meistertitel holen. Das ist sie eigentlich schon", meinte van Persie im Allgemeen Dagblad deshalb bereits im vergangenen Oktober, als er sein Karriereende verkündete. Der Linksfuß scheint in seiner Heimat rundum glücklich zu sein und genießt die letzten Spiele seiner aktiven Laufbahn. Acht sind es noch, bevor am 12. Mai nach der Partie gegen ADO Den Haag der Vorhang fällt. 


Zumindest wahrscheinlich, nämlich dann, wenn Feyenoord bis dahin den dritten Tabellenplatz behaupten und sich so für die Europa League qualifizieren kann. Andernfalls stehen noch Playoffs auf dem Programm. Aktuell sind die Rotterdamer punktgleich mit Verfolger AZ Alkmaar, im April kommt es noch zum direkten Duell. Van Persie wird diesem seinen Stempel aufdrücken wollen, denn die Qualifikation für das internationale Geschäft wäre ein gutes Abschiedsgeschenk.


Doch der Abschied wird wohl nur auf dem Platz stattfinden, denn auch nach der aktiven Karriere möchte Feyenoord seinen jetzigen Kapitän halten. Im Anschluss an seine Zeit als Aktiver will van Persie wohl seinen Trainerschein machen, doch wann er damit beginnt ist nicht sicher. Feyenoord möchte ihn nach der Saison gerne zum Assistenztrainer für die Stürmer machen. Der Name Robin van Persie dürfte dem Fußball also sicherlich erhalten bleiben.