Lief es in der Hinrunde noch wie aus einem Guss, scheint der Flow bei ​Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde vollkommen abhanden gekommen. Der Trend spricht gegen das Team von Trainer Dieter Hecking, das zudem aufpassen muss, nicht komplett alles Aufgebaute aus der Hand zu geben.


Nicht Fisch, nicht Fleisch. Das 1:1 gegen den SC Freiburg ließ viele Anhänger der Borussia ratlos zurück. Allen Kampfansagen zum Trotz zeigte Freiburg einmal mehr, wie unbequem es für die Fohlen ist und sicherte sich einen Punkt in der einstigen Festung Borussia-Park. Dabei ist das Glas mal wieder von zwei Seiten zu betrachten. Halbvoll, weil auch Leverkusen am Wochenende gegen Bremen patzte. Halbleer, weil Frankfurt stabil blieb und inzwischen auf einen Punkt herangerückt ist.


Zwar ist die Punkteausbeute mit 14 Zählern aus neun Spielen immer noch stabil, allerdings ist die Leichtigkeit, mit der man in der Hinrunde noch von Sieg zu Sieg eilte, komplett dahin. So lief die zweite Halbzeit gegen Freiburg dann auch, wie man es befürchtet hatte. Der VfL hatte größtenteils die Spielkontrolle, ohne aber wirklich Gefahr auszustrahlen. Am hoffnungsvollsten ist noch der Aspekt, dass Alassane Plea seine Torflaute beenden konnte und in zwei Wochen wieder mehr Gefahr ausstrahlt als in den Wochen zuvor.


Dennoch muss die Borussia aufpassen, nicht alles aus der Hand zu geben. Der einst so komfortable Vorsprung ist dahin, die ​Frankfurter Eintracht lauert auf ihre Chance. Und die Hessen machen den deutlich stabileren Eindruck, lassen sich weder von der Doppelbelastung in der Europa League, noch von der nervlichen Belastung mit der Aussicht auf die Königsklasse aus der Ruhe bringen. Stattdessen tritt die Eintracht immer mehr wie ein Spitzenteam auf, holte 19 Punkte bislang in der Rückrunde und hat nicht ein Spiel in diesem Jahr verloren.


Die Fohlen aber hadern, wirken mental angeschlagen und auf der Suche nach eben jener Leichtigkeit. Ist es die Angst vor der eigenen Courage, der Angst, nun etwas verlieren zu können, was noch gar nicht gewonnen war? Die zwei Wochen sollten nun genutzt werden, um die Köpfe frei zu bekommen und die Akkus wieder aufzuladen. Raffael hat nun noch mal Zeit, sich mehr ins Team zu integrieren, Matthias Ginter muss seine Blessuren auskurieren und die Mannschaft sollte wieder mehr dem so oft verfluchten Credo folgen, von Spiel zu Spiel zu denken. Denn dies schien sich am Ende in der Hinrunde auszuzahlen. Dort sollte man wieder ansetzen. Dann dürfte es auch wieder etwas werden mit einer Siegesserie.