Als "Spitzenteam" bezeichnete Frankfurt-Coach Adi Hütter sein Team, nachdem die Eintracht auch das 13. Pflichtspiel 2019 nicht verloren hatte. Was arrogant oder zumindest übermäßig selbstbewusst klingen mag, ist nichts anderes als die Wahrheit. Doch was macht die Hessen derzeit so stark?


Seit dem Jahreswechsel hat ​Eintracht Frankfurt kein Spiel verloren. Diese beeindruckende Serie bringt nun hart erarbeitete Erträge: Die SGE steht nicht nur im ​Viertelfinale der Europa League, auch in der Bundesliga mischt sie ganz oben mit. Aktuell lediglich einen Punkt von den Champions-League-Plätzen entfernt, ist die Qualifikation für die ​Königsklasse also noch über zwei Wettbewerbe möglich

Peter Fischer

Gegen Inter zog der Bundesligist aus Frankfurt ins Europa-League-Viertelfinale ein



Der Weg zu dieser guten Ausgangslage führte laut Trainer Adi Hütter über den großen Einsatz, der nun auch den öffentlichen Zuspruch rechtfertige: "Wir bekommen sehr viel Lob in diesen Zeiten. Das haben wir uns hart erarbeitet. Aber wenn man sieht, dass wir im Viertelfinale der Europa League stehen und in der Bundesliga drei Punkte hinter ​RB Leipzig und einen Punkt hinter ​Borussia Mönchengladbach platziert sind, dann sind wir ein Spitzenteam geworden!"


Ein Spitzenteam ist da also in der Main-Metropole herangewachsen. Und tatsächlich weisen die Frankfurter Merkmale einer Top-Mannschaft auf. Zum einen ist da die besonders zuletzt starke Defensive, die in den vergangenen sechs Bundesliga-Partien viermal kein Gegentor zuließ und selbst Inter in zwei europäischen Achtelfinalspielen keinen Treffer gewährte. Die Abwehr profitiert dabei auch von der Ankunft des Wintertransfers Martin Hinteregger. Gegen die Italiener gewann der Ex-​Augsburger im Rückspiel überragende 80% seiner Zweikämpfe und ist auch sonst bei seinem neuen Arbeitgeber in der Innenverteidigung gesetzt. 


Vom starken defensiven Rückhalt profitiert natürlich nicht zuletzt die viel gelobte Offensivabteilung der Eintracht, in der mit Rebic, Haller und Jovic drei der ligaweit besten Knipser ihr Unwesen treiben. Die individuelle Klasse des Sturmtrios sucht in Deutschland ihresgleichen. Zu dritt sind die Angreifer für 37 der 51 Tore ihres Teams verantwortlich und deshalb zurecht auch international heiß begehrt. 

Adi Hutter,Luka Jovic

Mit 15 Bundesliga-Treffern ist Luka Jovic Frankfurts bester Torschütze



Das Können der Stürmer allein schießt jedoch keine Tore. Die Adler sind jedoch derart klug zusammengestellt, dass gerade auch die laufstarken Außen ihre Mitspieler nicht selten in aussichtsreiche Einschuss-Positionen bringen. Filip Kostic und Danny da Costa sind dabei zwei der großen Entdeckungen der laufenden Saison, brillieren beide in ihrer neuen Rolle. 


Zuletzt sind es allerdings nicht nur Spieler und Namen, die den derzeitigen Erfolg der Eintracht-Elf bewirken. Die Mentalität, die Frankfurt an den Tag legt, ist gleichermaßen beeindruckend und einzigartig. Die Hessen arbeiten hart, spielen körperbetont, schnörkellos, gradlinig - immer nach vorne. Manchmal scheint es, als würden Hütters Mannen ihren Gegner allein mit ihrem Willen niederringen. Die SGE will erfolgreichen Fußball spielen - und das stets noch ein Stück mehr als ihre Gegner. Auch das ist eine Qualität von Spitzenteams. 


Ein Selbstläufer ist die restliche Saison der Überraschungsmannschaft trotzdem noch lange nicht. In Europa warten wie in der Bundesliga noch schwierige Aufgaben, wenn man die mit der Leistung gestiegenen Erwartungen erfüllen möchte. "Das wird ein beinharter Kampf bis zum Schluss", erklärte im Gespräch mit fussball.news auch Coach Hütter, der sich daraufhin aber zuversichtlich zeigte: "Wir sind noch gut in Schuss und werden bis zum Schluss alles versuchen!"