Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat sich skeptisch zur ​DFB-Ausbootung von Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller geäußert. Der ehemalige Weggefährte von Joachim Löw hält es für einen Fehler, die drei Weltmeister von 2014 aus der Nationalmannschaft zu verbannen. 


Zwischen 2004 und 2006 war Joachim Löw Assistent von Jürgen Klinsmann in der deutschen Nationalmannschaft. Gemeinsam gelang den beiden der dritte Platz bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006. Inzwischen ist Löw längst Cheftrainer, Jürgen Klinsmann seit jüngstem TV-Experte für den Sender RTL und kommt jetzt in die Verlegenheit, seinen früheren Weggefährten bewerten zu müssen. Löws Entscheidung in der DFB-Elf auf Mats Hummels, ​Jerome Boateng und Thomas Müller zu verzichten, beurteilt der 54-Jährige kritisch. 


"Ich kann nur hoffen, dass die Absage nicht endgültig ist", sagte Klinsmann am Freitag bei seiner Vorstellung bei RTL. "Ich würde sie immer in meiner Nähe behalten", so der ehemalige US-amerikanische Nationaltrainer. Vor einer Woche hatte Löw mitgeteilt, er plane für die anstehende Qualifikation zur Europameisterschaft nicht mit dem Trio vom ​FC Bayern München. Als endgültiges DFB-Elf-Ende der drei wollte Löw seine Entscheidung nicht verstanden wissen.

Klinsmann räumte jedoch ein: "Es ist eine Entscheidung, die muss man respektieren. Die Mannschaftsstruktur ist immer im Umbruch nach großen Wettbewerben." Klinsmann aber mahnt: "Was machen wir, wenn Thomas Müller Bundesliga-Torschützenkönig wird und wieder durchstartet?" Ein Umdenken bei Löw sei allerdings durchaus denkbar: "Wenn sich das Leistungsbild ändert, dann glaube ich doch, dass er die Courage hat, bei den Jungs anzurufen", meinte Klinsmann. 


Der gebürtige Schwabe hofft derweil auf einen Umschwung nach dem verpatzten Jahr 2018. "Wir erhoffen uns alle eine Reaktion und Signale, die Hoffnung auf eine erfolgreiche EM geben", sagte Klinsmann.