Christoph Kramer sitzt weiter auf der Bank bei ​Borussia Mönchengladbach – und hält die Füße still. Es ist ein Charakterzug des Weltmeisters, den viele Profis vermissen lassen, womit Kramer selbst aber immer wieder Sympathien einfängt. Gegenüber Eurosport äußerte er sich nun zu seiner aktuellen Rolle und erklärte, dass auch diese Erfahrung wichtig für ihn sei.


Christoph Kramer ist eines dieser Einhörner in der Bundesliga. Seine Einstellung und Ehrlichkeit machen ihn nicht nur zu einem grundsympathischen Spieler, auch die Einstellung des Profis sollte man jedem Heranwachsenden ans Herz legen und als Vorbild Tag für Tag präsentieren. Denn nicht nur, dass Kramer sich selbst immer in den Dienst des Teams stellt - auch wenn er nicht spielt und berücksichtigt wird, zieht er daraus seine Lehren.


Nicht umsonst wird er inzwischen immer wieder von den Medien auf genau dieses Thema angesprochen, wie nun im Interview bei Eurosport. „Es ist ungewohnt, aber ich denke, man muss aus jeder Situation was Positives ziehen, auch wenn ich auf der Bank sitze oder das nicht nachvollziehen kann“, so der 28-Jährige. „Ich kann mich nur jeden Tag im Training anbieten und Gas geben, wenn ich reinkomme. Mehr kann ich nicht tun. Das ist auch eine neue Herausforderung für mich, weil es Dinge sind, die ich nicht so kenne, von der Bank zu kommen oder nur alle zwei, drei Spiele zu spielen.“

Aktuell muss Kramer immer wieder Tobias Strobl im defensiven Mittelfeld den Vortritt lassen, weil VfL-Coach Dieter Hecking auch noch nicht die optimale Rolle im neuen System für Kramer hat ausmachen können, bzw. Kramer selbst seine beste Rolle noch nicht gefunden hat. Auf die Pauke hauen will Kramer dennoch nicht. „Ich würde mich selbst nicht mögen, wenn ich meinen Berater hier anrufen lassen, oder ein Gesicht ziehen würde. Das bin nicht ich!“


Es sei der Respekt vor der Mannschaft und der eigene Stolz, eben keinen Stress zu machen und schlechte Laune auszustrahlen. „Ich habe mich dazu entschieden, aus jeder Situation zu lernen und etwas Positives zu ziehen. Es ist eine Phase, die persönlich für mich nicht befriedigend ist, aber wir haben als Mannschaft Erfolg und das steht nun mal da drüber. Selbstzweifel sind da nicht angebracht. Ich muss es akzeptieren, aktuell nicht die erste Geige zu spielen und daraus lernen.“ 


Wie schnell es gehen kann und wie viel Vertrauen er im Team hat, zeigte sich beim Auswärtsspiel auf ​Schalke. Dort sorgte er vor einigen Wochen mit seinem Führungstreffer schließlich für den Sieg. Und im Mannschaftssport ist es letztlich das, was zählt.