Wie du mir, so ich dir – denkt man sich wohl derzeit bei ​Eintracht Frankfurt. Weil der gesamt Verein die Strafe für Trainer Adi Hütter von der UEFA als zu überzogen empfindet, hat man sich in Hessen kurzerhand dazu entschieden, dass der Österreicher nicht nur beim Spiel, sondern sämtlichen Terminen rund um das Rückspiel gegen Inter Mailand fernbleibt. Unterstützung bekommt er dabei sogar vom Coach der Gegenseite.


Es ist ein echtes Highlight, was die Europa League aus deutscher Sicht mit dem Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Inter Mailand zu bieten hat. Erst recht nach dem torlosen Remis in Frankfurt, denn beide Teams haben noch alle Chancen und es wird sicher ein heißes Duell. 


Doch die Vorfreude bei den Hessen ist durch die völlig überzogene Sperre für SGE-Coach Adi Hütter getrübt. Der Österreicher ​muss das Duell im Giuseppe-Meazza-Stadion von der Tribüne aus verfolgen. Er war im Hinspiel nach einem Tritt gegen eine Trinkflasche vom Unparteiischen vom Platz gestellt worden, was eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich zog.

Als Reaktion darauf sagte der 49-Jährige nun sämtliche Pressetermine ab und schickte stattdessen Co-Trainer Christian Peintinger vor. Damit stellen Hütter und die Eintracht ein stückweit die TV-Rechteinhaber bloß, die sich wohl eher den Chefcoach vor diesem traditionsreichen Duell gewünscht hätten, wie der kicker erklärt.


Unterstützung erhalten die Hessen aber nun sogar vom Trainer des Gegners, von Luciano Spalletti. „Es ist eine Schande. Ich habe unvergessliche Erinnerungen an Spiele, bei denen ich auf europäischer Bühne dabei war. Das wird ihm ähnlich gehen. Die fairste Sache wäre, wenn alle guten Spieler und die Trainer morgen Abend dabei sein könnten“, so der Coach der Nerazzurri.


Hütter selbst versuchte es mit Humor zu nehmen. „Bruno Hübner [Sportdirektor der Eintracht, Anm. d. Red.] hat es super gesagt: Im Endeffekt hätte man den strafen müssen, der die Flasche dort hingestellt hat. Ich hätte mir das sparen können, aber ich wollte zeigen, dass ich auch mal Fußball gespielt habe - der Schiedsrichter hat das ein bisschen anders gesehen. Das tut mir natürlich weh. Die Bilder haben mir selber nicht gefallen. Trotz allem habe ich niemanden verletzt und beleidigt, die Strafe empfinde ich schon als sehr hart.“


Auf den Punkt brachte es wohl Uli Stein, der beim Frühjahrsempfang der Eintracht sagte: „Das ist schon ein Witz. Die Leute, die solche Urteile fällen, haben nie auf dem Fußballplatz gestanden. Das sind Bürohengste, die keine Ahnung vom Sport haben. Es ist schon traurig, dass solche Urteile überhaupt rechtskräftig sind. Normalerweise musst du die alle in die Wüste schicken.“