Nicht nur für den ​FC Schalke 04 läuft die aktuelle Saison alles andere als optimal, auch Spieler wie Mark Uth haben keine einfache Zeit. Die Entwicklung des Stürmers steht sinnbildlich für die Schalker Saison: Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind.


Schon Anfang Januar 2018 verkündete der FC Schalke die Verpflichtung von Mark Uth von der ​TSG Hoffenheim zur neuen Saison. Zu diesem Zeitpunkt hatte er in der Hinrunde neun Tore in der Bundesliga erzielt und gehörte zu den besten deutschen Angreifern. Unter anderem um seine Chancen auf die Nationalmannschaft zu verbessern, entschied sich Uth für einen Wechsel nach Gelsenkirchen.


Der Traum von der DFB-Elf hat sich erfüllt, im vergangenen Oktober debütierte der gebürtige Kölner in der Nations League - das 0:3 gegen die Niederlande ist bisher aber sein einziges Länderspiel geblieben. Es war zudem bei Weitem nicht so, dass Uths Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft folgerichtig war. Eigentlich war sie sogar eine ziemlich große Überraschung, ebenso wie die die Tatsache, dass er in Amsterdam sogar in der Startelf stand.


Nach seinen 14 Saisontoren und acht Assists für Hoffenheim 2017/18 hatte er für die Schalker im Oktober lediglich eine Torvorlage vorzuweisen und war noch gänzlich torlos. Wie für den gesamten Klub läuft auch die Saison von Mark Uth mehr als bescheiden: Vier Treffer und drei Vorlagen in 26 Pflichtspielen stehen mittlerweile zu Buche, zudem fiel der 27-Jährige mit einer Muskelverletzung mehrere Wochen aus. 


Das 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf am 24. Spieltag war vorerst Uths letztes Spiel für die Knappen, eine Woche später wurde er für das Spiel beim ​SV Werder Bremen von Trainer Domenico Tedesco aus dem Kader gestrichen - zuvor war er, wenn fit, immer dabei. Wie der kicker berichtet, soll Uth daraufhin ​eine Trainingseinheit geschwänzt haben. Sport-Vorstand Jochen Schneider bestätigte diesen Vorfall zwar nicht, sehr wohl aber ein Vier-Augen-Gespräch mit seinem Angreifer. Das Thema sei nun erledigt.


Spielen darf Uth aber weiterhin nicht, auch für das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale bei ​Manchester City wurde er nicht für den Kader nominiert. Selbiges gilt für Teamkollege Amine Harit. "Wir zeigen in keinster Weise mit dem Finger auf jemanden, es war keine Entscheidung gegen die zwei, sondern für die Jungs, die mitgefahren sind", erklärte Tedesco auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Uth und Harit seien nach wie vor Teil der Mannschaft.

"Es geht um die Charakterfrage. Und da ist es dann so, dass wir uns für gewisse Spieler entscheiden", sagte Tedesco auf Nachfrage weiter. Andere Spieler haben charakterlich also die Nase vorn, was mit Blick auf den Werdegang Uths schon ein wenig verwunderlich ist. Er erholte sich schon in der Jugend von einigen Rückschlägen, gab seinen Profi-Traum nie auf und nahm den Umweg über die niederländisch Eredivisie, um sich durchzusetzen. "Dass der Mark es trotzdem so weit gebracht hat, ist eine Auszeichnung für ihn und seine monstermäßige Mentalität", sagte sein ehemaliger Jugendtrainer Rainer Thomas einmal der WAZ.


Doch diese "monstermäßige Mentalität", die die Schalker gewiss gut gebrauchen könnten, zeigt sich momentan leider nicht. Stattdessen wurde Uth, der im vergangenen Sommer noch das fehlende Puzzle-Teil im Königsblauen Angriff zu sein schien, zum Sorgenkind und zum Sinnbild der verkorskten Saison in Gelsenkirchen. Bis zum Ende der Spielzeit sind aber noch ein paar Partien zu bestreiten, schon am kommenden Wochenende könnte er wieder im Schalker Sturm stehen. Hoffentlich zeigt sich bald wieder die wahre Mentalität des Mark Uth.