​​Dietmar Hamann gilt als einer der meinungsstärksten TV-Experten Deutschlands. Dabei scheut der Ex-Profi nicht davor zurück, auch Missstände beim ​FC Bayern München offen anzusprechen. Dabei eckt der Deutsche auch häufig mit ​Uli Hoeneß an, der die Kritik nicht auf sich sitzen lässt. Auf den jüngsten Angriff des Bayern-Präsidenten, konterte nun Hamann erneut.


Der Präsident des deutschen Rekordmeisters hatte unlängst im Sport1 'Doppelpass' einen Großangriff auf den ehemaligen Bayern-Profi gefahren und dabei harsche Worte gewählt. "Er spielt sich so auf, als wäre er der Messias der Fussball-Kommentatoren - der Allesbesserwisser. Er hat mal in der 5. Liga als Trainer gearbeitet und ist nach kürzester Zeit rausgeflogen. Jetzt meint er, dass er besser ist als Guardiola und Ancelotti zusammen", so der sichtlich aufgebrachte 67-Jährige.

Uli Hoeness

Uli Hoeneß wollte Dietmar Hamann regelrecht maßregeln


Auslöser für den Wutausbruch der Bayern-Legende waren die kritischen Äußerungen seines ehemaligen Schützlings, der bei Mittelstürmer Robert Lewandowski wiederholt mangelnden Einsatz und Führungsqualitäten ausgemacht hatte. Da auch Hoeneß keineswegs dafür bekannt ist, ein Blatt vor den Mund zu nehmen, war seine Reaktion nur eine Frage der Zeit gewesen und schockierte daher auch Hamann nicht, auch wenn dieser in einem Interview mit dem Blick, klar machte, dass er sich eine andere Diskussionskultur wünschen würde.


"Es ist wie auf dem Spielplatz. Hat ein Kind keine Argumente mehr, kommt es mit Schimpfwörtern oder einem Kraftausdruck. Für mich ist das nicht professionell und seriös, wenn man persönlich wird", so der Fußballfachmann. Der ehemalige deutsche Nationalspieler störte sich dabei daran, dass die Bayern-Bosse "nicht auf der fachlichen Ebene diskutieren wollen", sondern vielmehr die Kritik "persönlich nehmen". Auf dieses Level, wolle er sich aber nicht begeben.


Anstatt klein bei zu geben, hielt der gebürtige Bayer an seinen kritischen Aussagen gegenüber Lewandowski fest. Dabei räumt er zwar ein, dass der Pole seiner Ansicht nach auf rein spielerischer Ebene "die beste Nummer Neun" der Welt sei, Schwächen machte er aber bei der Körperhaltung und Motivation aus. "Ich bin der Meinung, dass er in seinem Alter und seinem Standing bei Bayern den anderen helfen muss. Nicht versuchen soll, sie klein zu machen. Die jungen Spieler brauchen auf dem Platz Zuspruch, nicht Kritik", so Hamann. Als erfahrener Spieler müsse der Mittelstürmer daher eigentlich eher als Vorbild vorangehen.

Robert Lewandowski

Robert Lewandowski war in den vergangenen Wochen im Fokus


Dass das Unbehagen der Bayern-Bosse nicht nur auf den Lewandowski-Zwist zurückzuführen ist, weiß aber auch der Sky-Experte. So unterstrich der ehemalige Liverpool-Star, dass die Querelen mit den Münchnern bereits während der Amtzeit von Ex-Coach Pep Guardiola ihren Anfang nahmen. Der gut vernetzte Ex-Profi hatte dabei früh von dem bevorstehenden Wechsel des Startrainers in Richtung Manchester City erfahren und dies auch veröffentlicht.


"Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge betitelte mich als den 'größten Märchenerzähler, gleich nach den Brüdern Grimm'. Aber ich hatte recht. Und ja, zuletzt ging es wieder los mit Robert Lewandowski", so Hamann.