Lars Ricken sprach in einem Interview mit dem ​London Evening Standard über die hervorragende Scouting-Abteilung des BVB und das generelle Geschäftsmodell mit jungen Talenten aus England, die sich in der Bundesliga zu Stars entwickeln können - mit ​Jadon Sancho als bestem Beispiel.


"Unsere Scouting-Abteilung – nicht nur in Dortmund, sondern auch in anderen Vereinen, aber insbesondere in Dortmund – ist so gut und professionell, dass wir jeden talentierten Spieler in ganz Europa kennen, vielleicht sogar weltweit", sagte ​Borussia Dortmunds Nachwuchskoordinator Lars Ricken dem London Evening Standard. "Wir kennen sie und haben die finanzielle Kraft, um die Spieler auch zu kaufen."


In der Vergangenheit haben die Dortmunder einige gute Erfahrungen, und viel Geld, mit jungen Spielern aus dem Ausland gemacht, die sich beim BVB entwickelten. Die aktuellsten Beispiele sind ​Christian Pulisic, der aus den USA in die Dortmunder Jugend wechselte, und natürlich Jadon Sancho: Für nicht ganz 8 Millionen Euro von ​Manchester City gekommen ist der Engländer laut transfermarkt.de mit einem Marktwert von 80 Mio. Euro mittlerweile der wertvollste Spieler der Bundesliga.

Jadon Malik Sancho

Jadon Sancho hat in in dieser Saison 33 Einsätze mit 23 Scorerpunkten auf dem Konto


"Würden wir noch einen Sancho aus England nehmen? Natürlich", sagte Ricken weiter, ist sich der Konkurrenzsituation aber bewusst: "Jeder Club möchte seinen eigenen Sancho oder Pulisic finden. Ich denke unsere Fans sind sehr stolz auf Spieler wie Jadon Sancho, weil er ein sehr junger Spieler ist. Jeder Verein auf der Welt ist neidisch auf uns, weil wir Sancho haben."


Das BVB-Talent ist eines von sehr vielen auf der Insel, das sich bei seinem Klub aufgrund der Konkurrenzsituation aber nicht durchsetzen konnte. Laut Ricken liegt das am vielen Geld, das im Umlauf ist; deshalb hätten es die jungen Spieler in der Premier League so schwer, sich durchzusetzen. "Die deutschen Teams müssen andere Strategien finden. Die jungen, talentierten Spieler sind wesentlich billiger als fertige Stars, wir können sie entwickeln."


"Sehr interessanter Markt für deutsche Teams"


Neben dem sportlichen Mehrwert dürfe natürlich auch der wirtschaftliche Gewinn nicht außer Acht gelassen werden: "Man kann mit ihnen manchmal eine menge Geld verdienen, zum Beispiel wenn sie zurück nach England gehen. Es ist ein sehr interessanter Markt für deutsche Teams." Ein Markt, den mittlerweile auch viele andere Klubs für sich entdeckt haben: Der ​FC Schalke verpflichtete Rabbi Matondo im Januar von Manchester City, der ​FC Bayern möchte unbedingt Callum Hudson-Odoi vom ​FC Chelsea holen.


Dass sich die ausländischen Spieler nicht mit dem Verein identifizieren würden, dieses Problem sieht Ricken nicht als besonders groß an, es liege an der Einstellung des Spielers. "Glaubst du, dass der Spieler gerne für Borussia Dortmund spielt und er gerne hier ist? Oder ist er ein Spieler, der hier für ein, zwei Jahre spielt und dann zum nächsten Klub geht? Das ist sehr wichtig."