Nachdem sich Thomas Müller zum Aus bei der Nationalmannschaft und der Art und Weise von Bundestrainer Joachim Löw bereits geäußert hatte, zog nun auch Mannschaftskollege Mats Hummels via Twitter nach. Der Abwehrspieler fühlt sich ebenso geringgeschätzt und ausgebootet von seinem Nationalcoach.


Das​ Aus von Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller bei der Nationalmannschaft schlägt weiter große Wellen. Während ein Großteil der Fans sogar auf der Seite von Joachim Löw steht, was die Entscheidung an sich betrifft, scheint die Art und Weise, wie diese mitgeteilt wurde, weiterhin auf viel Kritik zu stoßen. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass sich Löw hochgradig undiplomatisch präsentiert. Denn bereits in der Vergangenheit gab es viel Unmut bei den Personalentscheidungen des Bundestrainers, wie Beispiele mit Michael Ballack, Thorsten Frings und anderen zeigten.


Nach ​Thomas Müller hat sich nun auch Mats Hummels persönlich zum Aus geäußert und dabei ebenfalls nicht mit Kritik an Joachim Löw gespart. „Mit etwas Abstand möchte auch ich mich zu der Entscheidung des Bundestrainers äußern. Unabhängig von der aus meiner Sicht schwer nachvollziehbaren sportlichen Entscheidung (die ich natürlich respektiere), stößt die Art und Weise bei mir auf Unverständnis...“, so der Abwehrspieler auf Twitter.


„Nach meinem Dafürhalten hatte ich zu den handelnden Personen beim DFB immer ein gutes Verhältnis und wir sind stets fair miteinander umgegangen“, heißt es weiter. „Thomas, Jerome und ich haben jahrelang alles für die Nationalmannschaft gegeben und dieser Umgang wird dem, was wir geleistet und erreicht haben, in meinen Augen nicht gerecht. Und das lässt mich alles andere als kalt, weil ich es geliebt habe, für Deutschland zu spielen!“


Dann aber wird Hummels auch sentimental und bedankt sich für die Möglichkeiten, die er bekommen hat. „Für mich kann ich sagen: es waren wunderbare Jahre, 70 Länderspiele, die alles, was ich mir als Kind einmal erträumt hatte, bei weitem übersteigen. Insgesamt vier große Turniere, bei denen ich mitwirken durfte. Gekrönt von dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014. Dieses Gefühl werde ich für immer in mir tragen und ich hätte wirklich gerne nochmal ALLES dafür gegeben, etwas Vergleichbares zu wiederholen.“


Tatsächlich ist Löw vor allem dafür kritisiert worden, den Dreien die Türe vor der Nase zugeschlagen zu haben, anstelle mal wieder das Leistungsprinzip in den Vordergrund zu rücken. Denn zu alt ist keiner der drei Akteure, um nicht im nächsten Turnier eine tragende Rolle einnehmen zu können. Zumal junge Spieler auch eine gewisse Führung von erfahrenen Kräften brauchen, und niemand weiß, ob Hummels, Boateng und Müller nicht noch mal in die Form kommen, in der sie der Nationalmannschaft wirklich helfen können. So aber verbaut sich Löw selbst eine Rückkehr zu verdienten Spielern, mag eine aktuelle Nicht-Berücksichtigung noch so gerechtfertigt sein.