Nach dem Ausscheiden gegen Manchester United im Achtelfinale der Champions League muss Paris Saint-Germain weiterhin auf den ersten internationalen Titel seit 1996 warten. Dem einen oder anderen Superstar in den Reihen des französischen Meisters könnte dabei die Geduld ausgehen. Das bedeutet das internationale Aus für Neymar, Cavani und Co.!


Es scheint ein normales Jahr zu werden für das Team des französischen Meisters Paris Saint-Germain. Die Hauptstädter sind aufgrund des mit dem vielen Nahost-Geld gekauften Talents ohne Konkurrenz auf Meisterschafts- und im Halbfinale des Coupe de France wohl auch auf Double-Kurs. International will dem Star-Ensemble trotz jahrelanger Riesen-Investitionen einfach nichts gelingen. Das gestrige Last-Minute-Aus in der Champions League bedeutet in einem französischen Wettbewerb, der an Spannung zu wünschen übrig lässt, jetzt schon ein Planen der nächsten Saison. Fraglich wird dabei sein, ob der Verein auch nach dem Sommer mit allen seinen Superstars planen kann. 


Denn besonders das Offensiv-Trio von Neymar, Cavani und Mbappé wird sich bei seiner fußballerischen Qualität so langsam die Frage stellen, ob nicht andernorts mehr zu holen wäre. Gerade Edinson Cavani bricht zwar in Paris seit Jahren die Torschützen-Rekorde und ist dem Klub seit beinahe sechs Jahren treu, mit 32 Jahren aber wird der Uruguayer womöglich auch mit einem Verein nochmal einen internationalen Titel erringen wollen. Das war ihm in seiner bisherigen Karriere nie vergönnt. 

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Edinson Cavani war in seinen sechs Jahren mit PSG international stets erfolglos



Auch Neymar, der vor zwei Jahren als Heilsbringer und schillernder Superstar zu PSG wechselte, wird im besten Fußballeralter von 27 Jahren nun nochmal überdenken, ob er sich nicht nach den Erfolgen sehnt, die er seinerzeit mit dem ​FC Barcelona feiern durfte. Der derzeit erneut am Fuß verletzte Brasilianer war schon im vergangenen Winter-Transferfenster mit einer Rückkehr nach Spanien in Verbindung gebracht worden. Muss sich Paris also nun um den Verlust ihres besten Spielers sorgen? Ausgeschlossen scheint das gerade angesichts der neuen Umstände nicht. 


Die Sorgen seiner Teamkollegen bezüglich der zeitlichen Planung seiner Karriere wird Kylian Mbappé wohl am wenigsten teilen. Mit erst 20 Jahren ist der Franzose bereits Weltmeister und sammelt national sowohl Tore als auch Titel am Fließband. Er könnte auch weiterhin in seiner Heimat bleiben und erst in ein paar Jahren über die ganz großen Vereinstitel nachdenken. Sein Vertrag geht wie der von Sturm-Partner Neymar noch bis 2022. Doch auch der französische "Fußballer des Jahres 2018" ist nicht vor Wechselgedanken gefeit. Dass die gesamte Riege der europäischen Topklubs Schlange steht, um den noch so jungen Superstar zu verpflichten, ist ohnehin gewiss. 

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Mit 20 Jahren schon einer der weltbesten Angreifer: Kylian Mbappé



Der französische Meister ist nun also in der Pflicht: Es gilt, den Kader im Sommer so zu verstärken, dass die Leistungsträger glauben, eine realistische Chance auf den Champions-League-Titel zu haben. Wird dieses Ziel verfehlt, droht der offensive Dreizack von PSG auseinander zu brechen - das wäre auch fürs Image der so investitionsfreudigen Vereins schlecht. So beginnt die heiße Phase der Kaderplanung in Paris wohl nicht erst im Sommer, sondern schon mit der Niederlage im Achtelfinale der Champions League.