Ist der Lack erst mal ab, treten viele Probleme zu Tage, die sonst leicht zu überdecken waren. Nach den jüngsten Misserfolgen aber scheint das Nervenkostüm bei ​Borussia Dortmund dünner zu werden. So wurde jüngst Kritik an den Youngstern Jadon Sancho und Achraf Hakimi laut. Vor allem Letzterer soll eine fragwürdige Professionalität an den Tag legen.


Nur ein Sieg aus den vergangenen acht Pflichtspielen zehrt ordentlich an den Nerven bei Borussia Dortmund. Nach einer formidablen Hinrunde folgte in den wenigen Wochen nach der Winterpause bereits das Aus im Pokal und der Champions League. Auch in der Liga ist der einst so komfortable Vorsprung auf den ​FC Bayern dahingeschmolzen, lediglich das bessere Torverhältnis sichert den Schwarz-Gelben aktuell noch die Tabellenführung. Und wie viel das Wert ist, der frage mal bei Uli Hoeneß nach.


Daher werden selbst Kleinigkeiten beim BVB inzwischen kritisch beäugt und wohl höher gehangen, als sie eigentlich müssten. Ein Foto von Sebastian Kehl kurz vor dem Anpfiff in Wembley löste angeblich Verwunderung beim Kader aus, Jadon Sancho vergaß vor dem Flug seinen Pass und erkundigte sich nach dem Dresscode und Achraf Hakimi soll im Dortmunder Nachtleben ausschweifend unterwegs sein.


Vor allem Hakimi begeht damit eine Gratwanderung, denn der junge Marokkaner scheint in den vergangenen Wochen von seiner Form aus der Vorrunde weit entfernt. Als Folge dessen setzte Favre den Außenverteidiger beim Rückspiel gegen Tottenham auf die Bank und stellte stattdessen Marius Wolf von Beginn an auf. Bereits zuvor war es laut Sport Bild Hakimi, der mit Fehlern beim Stellungsspiel und Fehlpässen erheblichen Anteil an den Niederlagen und sieglosen Spielen zuletzt hatte.


Die Frage ist jedoch, wie sehr man dies einem 20-Jährigen anlasten will, der weit weg von zuhause ist und in dem Alter sowieso noch die eine oder andere Flause im Kopf hat. Zumal man immer als Mannschaft gewinnt oder verliert, und er sicher nicht alleine die Schuld trägt. Zudem ist eine Formschwankung in diesem Alter auf diesem Niveau nichts, was nicht normal wäre. Eine Pause wäre daher vollkommen in Ordnung, daraus aber gleich fehlende Professionalität vorzuwerfen, dürfte am Thema vorbeigehen.