Die Aufholjagd im Westfalenstadion ist ausgeblieben. Nach einer engagierten ersten Halbzeit, in der die Kugel einfach nicht über die Spurs-Linie gehen wollte, zerstörte Superstar Harry Kane endgültig alle BVB-Träume vom ​Champions-League-Viertelfinale. Die haben sich auch für den gesperrten Sergio Ramos und ​Real Madrid erledigt. Im heimischen Santiago Bernabeu gingen die Königlichen gegen Ajax Amsterdam mit 1:4 unter.


Nichts wurde es mit Malaga 2.0 für ​Borussia Dortmund. Trotz drückender Überlegenheit, wollte der Ball am Dienstagabend einfach nicht ins Tor der Spurs. Und dabei hätte es drei Treffer gebrauch, um das Ergebnis aus dem Hinspiel zumindest auszugleichen. Im Gegenzug durfte der Premiere-League-Dritte nicht treffen - denn dann, da waren sich alle einig, wäre es vorbei gewesen.


Nachdem im ersten Durchgang der Ball trotz guter Möglichkeiten einfach nicht rein wollte, machte Spurs-Superstar Harry Kane kurz nach dem Seitenwechsel alle Wunder-Hoffnungen in Schwarz-Gelb zunichte. Der kürzlich Wiedergenesene blieb vor Roman Bürki eiskalt und verwandelte zur Vorentscheidung.


Südtribüne mit Mega-Choreo


So blieb das Highlight des Abends - an dem Marco Reus, Mario Götze und Paco Alcacer erstmals gemeinsam in der Startelf standen und Marius Wolf den zuletzt formschwachen Achraf Hakimi hinten rechts ersetzte​ - die Choreografie der Südtribüne. 

Dort war der Henkelpott zu sehen, getragen von zwei BVB-Spielern in den Trikots vom großen Champions-League-Triumpzh 1997 gegen Juventus Turin in München.

"... bis wir den Pott wie '97 wieder übern'n Rasen tragen" war auf einem Banner darunter zu lesen."


Auf dem Rasen war nach dem 0:1 in der 49. Minute die Luft draußen.


Ajax-Wahnsinn im Bernabeu


Der dreifache Titelverteidiger musste gegen den Underdog den Hut nehmen. Damit stehen die Königlichen am Ende einer enttäuschenden ersten Spielzeit in der "Post-Ronaldo-Ära" ohne großen Titel da. Das Team von Trainer Santiago Solari begann dabei wie in den letzten Wochen häufig gesehen: behäbig. Das galt vor allem für Toni Kroos, der die frühe Führung der Gäste durch Hakim Ziyech einleitete (7. Minute).


Nur wenig später (18.) dribbelte sich Dusan Tasic in Weltklasse-Manier durch das Real-Mittelfeld, um mustergültig für David Neres aufzulegen - 0:2 für Ajax. Mehr als zwei Aluminiumtreffer brachten die Hausherren nicht zustande.



Es folgte der "Todesstoß" für die Real-Hoffnungen: Dusan Tadic schlenzte den Ball nach gut einer Stunde in den Winkel - zuvor hatte das Schiedsrichtergespann um Felix Brych an der Seitenlinie weiterlaufen lassen. Der Ball schien jedoch bereits im Aus zu sein. Nach rund vier Minuten konnte aber auch der VAR keinen Beweis bringen, das Tor zählte.


Nach dem Anschluss durch Marco Asensio (70.) keimte kurz Hoffnung auf, ein seitlicher Freistoß von Lasse Schöne nur zwei Minuten später brachte aber die endgültige Entscheidung. Thibaut Courtois sah dabei nicht sehr glücklich aus. Zu allem Überfluss sah dann auch noch Nacho Gelb-Rot.

Alles im allem blieb es beim verdienten Weiterkommen der Niederländer, die schon im Hinspiel das bessere Team waren. Real-Kapitän Sergio Ramos dürfte sich dagegen einigen Hohn anhören müssen. Der Innenverteidiger hatte sich im Hinspiel absichtlich die dritte Gelbe Karte abgeholt - um unvorbelastet ins Viertelfinale gehen zu können. Das kann er jetzt auf der heimischen Couch tun.