​Der ​FC Schalke 04 ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Christian Heidel bei ​RB Leipzig fündig geworden. Am Dienstagnachmittag wurde Jochen Schneider offiziell als neuer Sportvorstand vorgestellt. Der 48-Jährige sprach vor versammelter Presserunde unter anderem über ​Cheftrainer Domenico Tedesco und seinen Plan, wie er den Verein zukünftig aufstellen will.


Neben Schneider war auch Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies auf der Pressekonferenz anwesend. Der 62-Jährige ließ verlauten, dass er vom Heidel-Rücktritt überrascht gewesen sei. 


"Jochen Schneider ist mir für die Nachfolge von Christian Heidel zuerst in den Sinn gekommen. Ich habe ihn kontaktiert und er hat sofort „Ja“ gesagt", erklärte Tönnies, der davon überzeugt ist, dass "wir mit fachlicher Kompetenz, gegenseitigem Vertrauen und dem Zusammenhalt im gesamten Verein" aus der aktuellen Krise wieder herauskommen werden. 

"Ich bin dankbar und stolz, Teil der Familie von Schalke 04 zu sein. Es ist ein großer Verein", betonte Schneider, der den Verein im sportlichen Bereich breiter aufstellen will. Ein ​neuer Sportdirektor sowie ein Technischer Direktor sollen installiert werden. "Der zukünftige Sportdirektor wird einen Großteil der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen, der Technische Direktor wird sich mehr um die Kaderplanung kümmern", erklärte Schneider. Der Sportchef kündigte zudem in einem vereinseigenen Interview an, dass man sich bei der Besetzung der neuen Stellen Zeit lassen wird.


"Bei der Auswahl der passenden Personen ist mir die Qualität deutlich wichtiger als die Schnelligkeit der Umsetzung", sagte Schneider, der bereits klare Vorstellungen im Kopf hat. Im Moment gehe es allerdings um die "prekäre sportliche Situation, in der wir uns befinden". Im Kampf um den Klassenerhalt brauche man jetzt drei Dinge: "Ein Trainerteam, das voll fokussiert ist. Eine Mannschaft, die den Plan des Trainerteams umsetzt und die Fans von Schalke 04. Ich kann ​die Frustration verstehen. Aber es geht nur zusammen."

"Der aktuelle Tabellenplatz spiegelt nicht die Qualität der Mannschaft wider. Aber er stellt die Realität dar", gab der gebürtige Mutlanger zu Protokoll. "Wir müssen dafür sorgen, dass sich dies schnell ändert und wir die Qualität wieder auf den Rasen bekommen." Am kommenden Freitag müsse ​die Mannschaft in Bremen ein "anderes Gesicht" zeigen. Der Ausgang der Partie entscheidet möglicherweise auch über die Zukunft von Tedesco. 


"Er ist ein wunderbarer Trainer, wir mögen und schätzen uns sehr und sind in einem offenen Austausch", erklärte Schneider. Der Sportchef sei ein großer Freund von Kontinuität, "aber es darf die Ziele und Erfolge nicht gefährden. Wir müssen nun eine Trendwende herbeiführen, um die Kurve zu bekommen". Sollte dies nicht der Fall sein, ist das Aus von Tedesco nur noch eine Frage der Zeit. "Ich würde nicht sagen, wir ziehen das bis zum Saisonende durch", betonte der 48-Jährige.