​Der Torwarttausch beim ​FC Schalke 04 ist für den degradierten Ralf Fährmann sicher schon schlimm genug, dazu kommt die Ergebniskrise der Königsblauen. Fährmanns Berater Stefan Backs könnte mit der gesamten Situation eigentlich leben, ist er doch zugleich auch Berater von Alexander Nübel, der Fährmann im Kasten abgelöst hat. Allerdings kritisiert Backs die führenden Verantwortlichen des Klubs - nicht wegen der Torwartfrage - sondern wegen der internen Personalpolitik. 


Stefan Backs ist einer der beiden Chefs der Spielerberateragentur Siebert & Backs. Zu seinen Kunden zählen unter anderem Ralf Fährmann, ​Schalkes frühere und langjährige Nummer eins, und der 22-jährige Alexander Nübel, der seit wenigen Wochen das Vertrauen von Schalke-Coach Domenico Tedesco erhält. Auf die Torwartfrage ging Backs in einem Schreiben bei Facebook gar nicht ein, stattdessen stellte er die Achse Tedesco/Heidel an den Pranger. 


Versteckte Kritik an Heidel


"Da wäre die interne Personalpolitik. ​Domenico Tedesco ist sicherlich fachlich ein außergewöhnlicher Trainer. Aber er ist sehr jung und Schalke 04 ein großer Verein", schrieb Backs. Tedesco brauche daher einen starken Sportmanager an seiner Seite, "der ihn führt und unterstützt", fuhr er fort. "Christian Heidel hatte in Mainz mit Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Martin Schmidt starke Trainerpersönlichkeiten, die er gewähren ließ. Auch bei Transfers." Backs Message: Das Zusammenspiel zwischen Heidel und Tedesco hat nie wirklich funktioniert. 


Trotzdem waren die Probleme der Führungsmannschaft nicht die einzigen, wie der Agent wissen lässt: "Es ist mit Sicherheit nicht einfach, Spieler zum Bleiben zu bewegen, wenn ganz große Vereine locken, aber es sollte dann zumindest eine angemessene Ablösesumme dabei herausspringen. Dafür sind unternehmerische Weitsicht und frühzeitige Weichenstellungen vonnöten." 


Mit seiner Aussage spielte Backs etwa auf den Abgang Leon Goretzkas an, der im Sommer 2018 den Gelsenkirchenern ablösefrei den Rücken kehrte. Backs weiter: "Es kann am Ende kein Zufall sein, dass nahezu alle großen Talente Schalke 04 verlassen, viele davon ablösefrei."


Team "charakterlich nicht optimal zusammengestellt"


Teamintern soll Backs zufolge nicht alles perfekt laufen. "Das Team ist weder qualitativ noch charakterlich optimal zusammengestellt. Es gibt zudem Gruppen, was immer Gift für den Erfolg ist", stellte er klar. 


Backs bemängelte auch den öffentlichen Auftritt des Klubs. Dieser lasse sich wie kein Zweiter durch die Schlagzeilen ziehen. "Interna landen immer wieder in den Medien. Zeitungen machen offen Vereinspolitik oder starten sogar Kampagnen, wie zuletzt gegen Christian Heidel", so Backs: "In einer solchen Atmosphäre kann kein Erfolg gedeihen. Jedes zarte Pflänzchen wird durch Eigeninteressen oder persönliche Eitelkeiten gleich wieder zertreten."