​Bernd Leno hat mit zwei Glanztaten gegen die ​Tottenham Hotspur nicht nur ein Gegentor seines ​FC Arsenal verhindert, sondern auch die englischen Medien schwer beeindruckt. Trotzdem reichte es im Derby nur zu einem 1:1. 


Bei der Wahl zur (Doppel-)Parade der Saison, wäre Bernd Leno sicher unter den Nominierten. Am Samstag beim 1:1 gegen die Tottenham Hotspur zeigte der 26-Jährige in der 43. Minute, über welch grandiose Reflexe er verfügt. Zunächst wehrte Leno den Schuss von Christian Eriksen ab, der unbedrängt aus sechs Metern seinen Meister im deutschen Torhüter fand, dann parierte Leno krakenartig den anschließenden Nachschuss von Moussa Sissoko. Innerhalb von Sekundenbruchteilen war Leno zweimal mit einer jeweils nahezu aussichtslosen Situation konfrontiert, aber beide Male gewann er und behielt wortwörtlich die Überhand. 

Nach dem Spiel wurde Leno zu dieser Szene befragt. Der Ex-Leverkusener antwortete: "Ich weiß gar nicht mehr, was so richtig passiert ist, alles ging so schnell. Sissoko schoss, ich sah den Ball nicht, habe einfach reagiert: Ich denke die besten Paraden sind immer die, bei denen du nicht genau weißt, was passiert ist." Die Reaktionsschnelligkeit, seine Reflexe zählten auch schon in der Bundesliga zu Lenos Stärken, auch im Passspiel scheint ihm die Rolle, die Trainer Unai Emery ihm vorgibt, zu liegen.


In puncto weiße Westen sind die Torhüter der anderen Top-Klubs im Vorteil - Leno hat in 23 Premier-League-Spielen 30 Tore kassiert -, jedoch trägt die Defensive der Gunners nicht dazu bei, dass Leno ruhige Nachmittage auf dem Rasen verbringt: Die Innenverteidigung um Sokratis und Laurent Koscielny ist nicht mehr die jüngste und schnellste, auch Shkodran Mustafi zählt nicht zur Elite in England und leistet sich immer mal wieder vermeidbare Fehler. 


Gibt es relevante Unterschiede im Vergleich zur Bundesliga? Gefragt von der Sport Bild erklärte Leno kürzlich: "Und als Torwart hast du in England keinen Schutz, man muss sich als Torwart eine enorme Härte aneignen. Du musst – egal wie du angegangen wirst – davon ausgehen, dass nichts gepfiffen wird. Seitdem ich in England bin, wurde in keinem Spiel eine Attacke am Torwart im Fünfmeterraum abgepfiffen. Das ist ein sehr großer Unterschied."