Am Samstagnachmittag erlebte der ​FC Schalke ein weiteres Debakel. Die 0:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf besiegelte endgültig, dass der Vizemeister mitten im Abstiegskampf steckt. Für Domenico Tedesco wird die Luft immer dünner, doch wie die Bild berichtet, könnte der 33-Jährige sein Aus auf Schalke zumindest um ein paar Tage hinauszögern.


Nach der Niederlage bei Mainz 05 verkündete Sport-Vorstand Christian Heidel seinen Rückzug, nur eine Woche später schien es so, als sei die Entlassung 'seines' Trainers Domenico Tedesco beschlossene Sache. 


Die desolate Leistung gegen Fortuna Düsseldorf brachte die Fans außer sich. In der zweiten Halbzeit wurde sämtliche Unterstützung seitens der Nordkurve eingestellt, nach dem Abpfiff verlangten die Anhänger ​ihre Kapitänsbinde von Benjamin Stambouli zurück.​ Domenico Tedesco, der sich der Kurve stellte, zeigte erneut Verständnis für den Unmut der Fans und hatte wenig Verständnis für den leblosen Auftritt seiner Spieler - doch wieso setzen die Spieler kaum noch das um, was vor der Partie vorgegeben wird?


Die Zweifel daran, dass Tedesco den Bock umstoßen kann, scheinen intern zu wachsen. Clemens Tönnies gab dem Trainer nach dem Schlusspfiff keine Rückendeckung und sprach stattdessen von einer Entscheidung am Dienstag. Dann wird Jochen Schneider offiziell als neuer Sport-Vorstand vorgestellt.

Clemens Toennies

  Clemens Tönnies überträgt die Verantwortung auf Jochen Schneider - traut sich der neue Sport-Vorstand, zum Einstieg den Trainer zu entlassen?


"Ich werde jetzt nicht anfangen, den Trainer ein- oder auszustellen", so Tönnies - doch damit stellt er Schneider unweigerlich vor eine schwierige Situation. Eigentlich sollte sich der 48-Jährige zunächst um die Verpflichtung eines neuen Sportdirektors kümmern, doch seine erste Amtshandlung besteht möglicherweise darin, Tedesco von seinen Aufgaben zu entbinden und für eine Interimslösung zu sorgen.


Tedesco genießt Rückhalt bei den Fans


Doch Schalke steht mitten vor einer englischen Woche. Am Freitagabend gastiert die Mannschaft bei Werder Bremen, wenige Tage später folgt das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League bei Manchester City, zu guter Letzt trifft Schalke auf RB Leipzig. Ein neuer Trainer hätte kaum die Gelegenheit, die Mannschaft erst einmal kennenzulernen, stünde stattdessen gleich vor drei schwierigen Aufgaben binnen kürzester Zeit. 

Tedesco selbst beteuerte noch am Samstag, dass ein Rücktritt keine Option für ihn sei. Er sei "der Letzte, der sich in dieser Situation verpisst" - und genießt zudem den Rückhalt bei den Fans. Für den Gang in die Fankurve erntete er Respekt, zudem kommt seine Hingabe auf der Seitenlinie ebenso gut an wie die stetigen Ansagen, bis zum Ende alles geben zu wollen. Doch ob dies allein reicht, um bis zum Saisonende auf Schalke bleiben zu dürfen und ob er den Umschwung schafft, erscheint aktuell mehr als fraglich.