Die Fans des ​FC Schalke 04 haben der Mannschaft mit einer symbolischen Geste klar gemacht, dass sie nicht mehr uneingeschränhinter ihr stehen. Trainer Domenico Tedesco fordert nun Charakter.


Es gibt nur wenige Vereine, deren Fans eine solche enge und emotionale Bindung zu ihrem Verein haben wie die des FC Schalke 04. Sie geben immer alles für ihren Verein, stehen auch in schwierigen Zeiten hinter ihm und treiben damit auch die Mannschaft an. Der berühmte "12. Mann", in manchen Klubs gibt es ihn tatsächlich. Einer davon ist sicher in Gelsenkirchen beheimatet.


Vor dem Start in die laufende Saison stellten die Ultras des FC Schalke den Verbund zwischen Mannschaft und Fans auch symbolisch da, indem sie Kapitän Ralf Fährmann eine Kapitänsbinde der Nordkurve Gelsenkirchen überreichten. "Diese soll unsere Elf die komplette Saison über begleiten und den Arm unseres Kapitäns bei den anstehenden Spielen und sicherlich schwierigen sportlichen Aufgaben in Europa schmücken", hieß es in einer ​Erklärung der Ultras.


Doch aufgrund der anhaltend schwachen Leistungen in den vergangenen Wochen zerschnitt das Band zwischen Fans und Mannschaft zuletzt immer mehr. Nach dem 0:3 in Mainz wurden die Spieler von den Anhängern bereits ausgepfiffen und beschimpft, nach dem Debakel gegen Fortuna Düsseldorf wurde der Schulterschluss nun endgültig aufgehoben: Zwei Schalker Fans durften auf den Rasen um der Mannschaft die Meinung zu geigen und nahmen Benjamin Stambouli, an diesem Tag Kapitän für den auf der Bank sitzenden Fährmann, die Kapitänsbinde wieder ab. 



Die Niederlagen allein sind nicht der Grund dafür, der Anhängerschaft fehlen vor allem Einsatz und Wille der Mannschaft, deutlicher hätte sie es nicht ausdrücken können. Daniel Caligiuri hat dies erkannt: "Wichtig ist, dass wir für Schalke kämpfen. Spielerische Lösungen sind da erst einmal zweitrangig. Wir müssen zu 100 Prozent Engagement, Mentalität und Kampfgeist zeigen. Das hat Schalke immer ausgezeichnet – und das war heute nicht der Fall", zitiert ihn die ​Schalker Website.


"Die Fans sind verständlicherweise sehr frustriert. Ich habe mich bei ihnen für die Vorstellung entschuldigt. Das ist das Mindeste, was wir in dieser Situation machen können", erklärte Trainer Demenico Tedesco. "Wir sind unten drin in der Misere. Der Charakter ist jetzt gefragt." Zehn Spiele hat die Mannschaft jetzt noch Zeit, um Charakter zu zeigen und die Verbindung zu den Fans zu erneuern. Momentan ist diese komplett unterbrochen.