"Ehre, wem Ehre gebührt", so die alte Redensart. Doch denkt sich die ​Bundesliga so manches mal Helden aus, wo keine sind. Da gelten Spieler schnell aufgrund einzelner Stichproben oder gar nur wegen der Leistung ihrer Mannschaft als herausragend, obwohl ihre Fähigkeiten enorm limitiert sind. Diese elf Spieler bilden die Bundesliga-Startelf der maßlos Überbewerteten:


[Vorsicht bissig: Die folgende Auflistung könnte Spuren von Satire enthalten...]


​Tor 

Ralf Faehrmann

Einer der aktuell fünf besten Schalke-Keeper: Ralf Fährmann


Ralf Fährmann

Domenico Tedesco hat eigentlich erkannt, was viele noch nicht verstehen möchten. Fährmann, wohlgemerkt ein absolut solider Bundesliga-Torhüter, ist schon jetzt oder spätestens in naher Zukunft nicht mehr der beste Torhüter im Schalker Kader. Den 30-jährigen Kapitän aufzustellen ist zwar zu diesem Zeitpunkt kein großes Sicherheitsrisiko, aber vielleicht auch eher ein Zugeständnis an die Loyalität des (zukünftigen) Ersatz-Torhüters des ​FC Schalke


Abwehr


Achraf Hakimi

Offensiv ein Augenschmaus, defensiv eher ein Graus. Hakimi wagt in Dortmund nach vorne viel, gewinnt dafür in der eigenen Hälfte herzlich wenige Zweikämpfe. Der Leihspieler von Real Madrid wird nur aufgrund der Leistung seiner Mitspieler beim Tabellenführer selten bloßgestellt. 


Kevin Vogt

Laut transfermarkt.de ist der ​Hoffenheimer Kapitän mehr wert als TSG-Shootingstar Joelinton und genauso viel wie Reiss Nelson. Doch wirkt der grobmotorische Innenverteidiger nicht selten etwas unbeholfen. Seine Einstellung stimmt immer, nur Fußballspielen - das ist nicht endgültig Vogts Fall - in dieser Saison allemal.

Kevin Vogt,Benjamin Huebner,Marcel Heller

Kommt mehr so über Wucht: Hoffenheims Kevin Vogt


Jonathan Tah

Der 23-Jährige wird bei ​Bayer 04 Leverkusen und dem DFB seit Jahren als große Innenverteidiger-Hoffnung angepriesen. Um diesem Status aber auch mal gerecht zu werden, muss der Nationalspieler aber bald anfangen, die noch zu häufigen Schnitzer aus seinem Spiel zu verbannen. 


Benjamin Pavard

Was hat der zukünftige ​Bayern-Profi in seiner Karriere vor und nach dem Traumtor bei der WM im letzten Jahr nochmal geleistet? Ach ja, nicht viel. Der Weltmeister-Titel trägt zur Begehrtheit des 22-jährigen Außen-/Innenverteidigers bei, die schwachen Leistungen danach werden eher unter den Tisch gekehrt (vor allem in München).


Mittelfeld


Maximilian Arnold

Ein weiteres Beispiel, wie aus "super-talentiert" eben manchmal einfach nur "ganz gut" wird. Arnold schaffte früh den Sprung in die Profi-Mannschaft des ​VfL Wolfsburg, bevor seine Leistung dann wenige Jahre später zu stagnieren begann. Sicher, der heute 24-Jährige beherrscht Fußball besser als Sprichwörter, aber bevor man ihn über den grünen Klee lobt, sollte man lieber "die Pferde im Dorf lassen" (Zitat Arnold, 2018).

Maximilian Arnold

Sprachlich so wie Lothar Matthäus, nur fußballerisch schwächer - Maximlian Arnold



Marcel Sabitzer

Österreichs Nationalspieler und "Fußballer des Jahres 2017" hat sich über die Jahre einen Ruf erarbeitet, dem er zuletzt ein wenig hinterherläuft. Der Angreifer hat dennoch einen Marktwert von 25 Millionen Euro. Umgerechnet sind das 25 Millionen Euro pro Scorerpunkt in der Europa League. 


Christian Pulisic

Den Shootingstar der vergangenen Saison hat der BVB vielleicht gerade rechtzeitig an den FC Chelsea verkauft. Denn ist der Amerikaner auch nach wie vor erst 20 Jahre alt und immer noch sehr schnell, so verfügt Dortmund doch gerade auf den Außenpositionen über aktuell mindestens gleichwertige Alternativen: Sancho, Guerreiro, Bruun Larsen - und was kann eigentlich Marius Wolf?


James Rodriguez

Was hat der Bayern-Profi in seiner Karriere vor und nach dem Traumtor bei der WM 2014 nochmal geleistet? Zugegeben, gar nicht so wenig. Aber in einem Bayern-Kader, der aktuell nach Konstanz und Stabilität lechzt, ist der Kolumbianer leider trotz seines großen Namens eines der schwächeren Glieder. 


Sturm


Paco Alcácer

Es tut einem im Herzen weh. Er war doch die Feel-Good-Story der Hinrunde. Gemeinsam mit seinem Team hat aber auch der Spanier in der Bundesliga-Rückrunde an Glanz verloren. Seit sieben Spielen ist der ​Dortmunder Super-Joker ohne Tor und das, obwohl er inzwischen ausdauertechnisch mit anderen Bundesliga-Spielern so gut wie mithalten kann. 

Paco Alcacer

War mal effektiv: Paco Alcácer


Ishak Belfodil

Seit der Algerier in Hoffenheim spielt, könnte man meinen, dass es sich bei ihm um einen echten Profi-Fußballer handelt. Dabei täuschen seine sieben Tore erfolgreich darüber hinweg, dass da derselbe Stürmer auf dem Platz steht, der schon bei ​Werder Bremen über das Ballgefühl eines Gabelstaplers verfügte.