Am 6. April trifft der ​FC Bayern München im Topspiel auf ​Borussia Dortmund. "An dem Tag wird die Meisterschaft vorentschieden", sagte Bayerns Präsident Uli Hoeneß am Sonntag im Sport 1-Doppelpass. Wir blicken auf das Programm der beiden Titelanwärter bis dahin und wagen eine Prognose.


Sechs Spiele müssen die Bayern noch bestreiten, ehe der BVB in die Allianz Arena kommt. Das ist eines mehr als die Dortmunder, da die bereits aus dem DFB-Pokal ausgeschieden sind. In der Bundesliga müssen beide logischerweise noch vier Mal ran und beide haben durchaus noch knifflige Aufgaben vor sich. Zwischendurch gibt es noch eine Länderspielpause. 


So sieht das Programm des Tabellenführers und seines Verfolgers bis zum direkten Duell aus:

Borussia DortmundFC Bayern München​
​01.03. FC Augsburg (A)02.03. Borussia Mönchengladbach (A)​
​05.03. Tottenham Hotspur (H)​09.03. VfL Wolfsburg (H)
​09.03. VfB Stuttgart (H)​13.03. FC Liverpool (H)
​16.03. Hertha BSC (A)​17.03. FSV Mainz 05 (H)
​30.03. VfL Wolfsburg (H)​30.03. SC Freiburg (A)
​03.04. 1. FC Heidenheim (H)

Bereits am kommenden Freitag muss Borussia Dortmund zum ​FC Augsburg. Wie schon am vorletzten Spieltag steht also ein Auswärtsspiel bei einem Team aus dem Tabellenkeller an, das in dieser Begegnung nichts zu verlieren hat und es den Dortmundern sehr schwer machen wird. Hier muss der BVB mehr Durchschlagskraft entwickeln, damit es nicht erneut mit einem 0:0 nach Hause geht. 

Tore brauchen sie auch einige Tage später gegen Tottenham, wenn das 0:3 aus dem Hinspiel in London irgendwie gedreht werden muss. Mit dem ​VfB Stuttgart steht dann der dritte Abstiegskandidat binnen vier Wochen auf dem Programm, vor der Länderspielpause geht es noch nach Berlin. Die ​Hertha hat sich in dieser Saison schon mehrfach als Favoritenschreck erwiesen und auch den Dortmundern in der Hinrunde ein Remis abgeknöpft. Nach der Länderspielpause kommt noch der ​VfL Wolfsburg in den Signal-Iduna-Park - die zweitstärkste Auswärtsmannschaft.
Salomon Kalou

Kann ​Hertha BSC den BVB erneut ärgern?



Die Bayern empfangen die Wölfe ebenfalls noch zu Hause, vorher geht es aber noch nach Mönchengladbach. Im Borussia-Park hat der Rekordmeister oft seine Probleme, die letzte Partie dort ging mit 1:2 verloren. Auch das Hinspiel ging mit 3:0 an die Fohlen. Nach dem Wolfsburg-Spiel steht ein weiterer Kraftakt gegen den FC Liverpool an, danach wird das Heimspiel gegen die Mainzer alles andere als ein Selbstläufer.


Auf die Länderspielpause, die vor allem für die Spieler der Bayern wahrlich keine Pause ist, folgt ein Auswärtsspiel beim SC Freiburg, danach kommt noch der 1. FC Heidenheim zum Viertelfinale des DFB-Pokals. Beides eigentlich Pflichtsiege, doch vor allem deshalb wird das anstehende Duell mit dem BVB wird hier schon in aller Munde sein und die richtige Fokussierung ist wichtig.


Beide haben Druck


Die Bayern dürften momentan ein bisschen die Nase vorn haben und mit etwas mehr Selbstsicherheit an die kommenden Aufgaben herangehen. Der Rekordmeister zeigte in Liverpool eine starke Leistung und bewies vor allem defensiv, dass er noch immer ein europäischer Spitzenklub ist. Die Auftritte in der Liga waren zuletzt nicht immer überzeugend, trotzdem wurde der Rückstand auf den BVB verkürzt. Am Sonntagmorgen, vor dem Auftritt der Dortmunder gegen Leverkusener, fühlte sich Uli Hoeneß sogar schon wieder als Tabellenführer. Auch nach dem 23. Spieltag interessiert ihn das Torverhältnis offensichtlich nicht.


Aber mehr als das bessere Torverhältnis trennte die beiden für etwas mehr als 24 Stunden eben nicht mehr, die Bayern sitzen dem BVB im Nacken und haben mittlerweile ordentlich Druck aufgebaut, dem die Schwarz-Gelben gegen die Werkself erst einmal widerstehen konnten. In den kommenden Wochen kann die Borussia den Spieß allerdings ein wenig umdrehen: An den vier Spieltagen der Bundesliga, bevor es zum Aufeinandertreffen kommt, legen die Dortmunder zwei Mal vor, sodass die Bayern möglicherweise einen Tag später selbst unter Druck stehen und unbedingt gewinnen müssen, damit das Spiel am 6. April wirklich entscheidenden Charakter hat.


Die Vorentscheidung ist möglich - aber nicht so, wie Hoeneß meint


Vor Beginn der Rückrunde hat der FC Bayern den Sieg im direkten Duell gegen den BVB stets mit eingerechnet, wenn über die Aufholjagd gesprochen wurde. Es brauchte dann aber noch den einen oder anderen Patzer der Dortmunder, damit die Münchener dann auch wirklich vorbeiziehen können. Daran hat sich nichts geändert, denn das Torverhältnis zählt sehr wohl und damit müssten die Borussen innerhalb der nächsten Wochen wenigstens ein Mal Punkte lassen, während die Bayern alles gewinnen - oder eben alles kurz und klein schießen.

​​Dass beide Mannschaften alle ihre vier Bundesligaspiele bis zum Spitzenspiel Anfang April gewinnen, ist zwar durchaus möglich, doch es sollte damit gerechnet werden, dass irgendwo noch ein kleiner Stolperer dabei sein wird. Die Prognose lautet deshalb: Beide holen noch zehn Punkte, sodass die Bayern nach wie vor drei Zähler Rückstand haben werden, wenn die Dortmunder nach München kommen. Sie könnten dann endgültig nach Punkten gleichziehen, die Meisterschaft vorentscheiden wird es aber nur dann, wenn der BVB in der Allianz Arena triumphiert.