Paul Glatzel hat in dieser Woche seinen 18. Geburtstag gefeiert und sofort einen Profivertrag beim ​FC Liverpool unterschrieben. Der Deutsch-Engländer ​hat sich nach mehreren Verletzungspausen zurückgekämpft und in diesem Jahr eine herausragende Torquote vorzuweisen. Jürgen Klopp hat ihn natürlich längst im Auge.


Am vergangenen Montag hat Paul Glatzel wieder einmal bewiesen, dass er ein riesiges Talent ist: Bei seinem erst zweiten Einsatz für die U23 des FC Liverpool erzielte er in einem engen Spiel bei West Ham United seinen ersten Treffer in der Premier League 2. Damit sorgte er gleichzeitig für den 1:0-Sieg der Reds, für Glatzel persönlich war es bereits das 23. Saisontor in verschiedenen Nachwuchsmannschaften Liverpools.


Die außergewöhnlichen Leistungen des Mittelstürmers sind natürlich auch bei den Verantwortlichen der Profis nicht unerkannt geblieben und wurden am Mittwoch, als Glatzel seinen 18. Geburtstag feierte, mit einem Profivertrag honoriert. Schon im Oktober des vergangenen Jahres durfte er während der Länderspielpause in ​Jürgen Klopps Team mittrainieren und so erste Profiluft schnuppern.


Liverpooler Eigengewächs mit deutschem Pass


Glatzel spielt bereits seit der U9 für den FC Liverpool. Er ist Sohn deutscher Eltern, die in England leben, wurde in Liverpool geboren und lebt in der Nähe von Wigan. "Er ist ein großer Wigan Athletic Fan", sagte sein U18-Trainer Barry Lewtas bei Goal über ihn, als die Reds und Wigan kürzlich im FA Youth Cup aufeinandertrafen. Liverpool gewann mit 2:0. 


Glatzel dürfte sowohl für die deutsche als auch für die englische Nationalmannschaft spielen und lief bereits für die U-Mannschaften beider Nationen auf, zuletzt für Deutschlands U18.

Im Evening Standard lobte Lewtas im Januar die Abschlussstärke seines Schützlings und beschrieb ihn als Strafraumstürmer, genauer gesagt als "Fuchs im Strafraum". Lewtas meint damit, dass Glatzel immer im Sechzehnmeterraum herumschleicht und stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. "Normalerweise, wenn man den Ball dort hinein bringt, ist er da und trifft." Es gäbe aber auch noch einiges zu Verbessern, wie sein Kombinationsspiel und das Einsetzen seiner Mitspieler. Grundsätzlich habe der Linksfuß auch die Anlagen, beispielsweise als hängende Spitze oder im offensiven Mittelfeld zu spielen. "Er ist momentan noch in der Entwicklung", erklärte Lewtas. "Der Junge hat eine Menge Fußball verpasst."


Comeback nach langer Pause


Damit spielte der Nachfolger von Steven Gerrard als U18-Coach des FC Liverpool auf eine enorme Leidenszeit Glatzels an, der sich beispielsweise im Alter von 15 beim Kicken mit Freunden einen doppelten Beinbruch zuzog. In der vorherigen Saison stand er ebenfalls nur zwei Mal in der Startelf und fiel von Februar bis zum Saisonende aus. "Solche Rückschläge zu haben zu dieser Zeit, wie er sie hatte, war wirklich hart für ihn", berichtete Lewtas bei Goal. "Er ist in dieser Saison großartig zurückgekommen." 


Angesichts seiner Torquote ist das eine glatte Untertreibung. Vor allem für Aufsehen sorgt Glatzel im Zusammenspiel mit seinem Stürmerkollegen Bobby Duncan. Zusammen zeichnen sich die beiden für 41 Tore verantwortlich. "Wenn einer von ihnen nicht trifft, dann trifft der andere", freute sich Lewtas auf Liverpools offizieller Website. Duncan, vor der Saison von ​Manchester City zu den Reds gekommen, und Glatzel pushen sich immer wieder gegenseitig zu Bestleistungen. 

Trotzdem machte Lewtas im Evening Standard deutlich, dass beide hart für die Mannschaft arbeiten und der Teamgedanke an oberster Stelle steht: "Ich denke, die beiden haben realisiert, dass sie beide ihre Zeit haben um Tore zu erzielen." Es ist deshalb keine bloße Floskel, die Glatzel gegenüber Liverpoolfc.com äußerte: "Es ist schön Tore zu schießen, aber es ist wirklich nicht wichtig, wer sie erzielt. Es geht immer nur ums Team."


Im Juni wird auch Duncan seinen 18. Geburtstag feiern, angesichts seiner ebenfalls herausragenden Leistungen dürfte auch er bald einen Profivertrag beim FC Liverpool erhalten. Das hat ihm Paul Glatzel nun schon voraus und wenn er seine guten Leistungen auch in der U23 halten kann, dürfte ein Debüt bei Jürgen Klopp nicht mehr lange auf sich warten lassen.